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viel Gold, viel Staub – etventure über das Silicon Valley

Wir waren am Wochenende als Referenten auf dem Gründer- und Unternehmerforum der Alumni der Stiftung Deutscher Wirtschaft in Berlin in der KPMG Hauptzentrale. Viele Workshops gingen um Online Geschäftsideen. Die Rednerliste war vom Feinsten. Während andere die Start-up Seite ausleuchteten, gaben wir einen Einblick in Solopreneur-Modelle.

Grundkonflikt – Think Big oder Think Smart

Das ganze Wochenende war für uns ein Aufeinanderprallen von zwei Poolen:

A – Denke ich groß, schnell, international

Dann brauche ich ein Team und ein Setting der Geschwindigkeit kombiniert mit hohem Marketingvolumen. Wir nennen das eine Start-up Logik.

B – Denke ich smart, fokussiert, von meiner persönlichen Person ausgehend

Dann brauche ich eine Idee, die zu meinen Mitteln passt und hole mir gezielt die Komponenten, um schlank und gezielt ohne großen Überbau zu landen. Wir nennen das natürlich ein Smart Business Concept 🙂

Was sagen Veteranen wie etventure?

Wenn man den Think Big Weg einschlägt, ist das Silicon Valley die ultimative Herausforderung. Aus diesem Grunde hörte ich genau hin, als zwei deutsche Silicon Valley Veteranen von dort von ihren Erfahrungen berichteten: Philipp Herrmann, Founder & CEO von etventure und Heiko Rauch, Founder von Zanox. Beide haben längere Zeit im Silicon Valley gelebt.

Philipp Herrmann von etventure

Statement von Philipp Herrmann – viel Gold, viel Staub

Philipp Herrmann von etventure war einige Zeit im Valley und auch gerade in der Entourage, die Philipp Rösler begleitete, damit die Regierung Einblicke in das Geschehen dort vor Ort bekommt. Denn die Bundesregierung möchte stärker das Think Big fördern. Nur: Ist dies der einzig denkbare Weg?

Philipp Herrmann sah es differenzierter und brachte es mit einem schönen Bild auf den Punkt:

Das Silicon Valley bringt viel Gold und viel Staub hervor.

Sein “Learning”: Zu Beginn hat jeder dort eine Euphorie-Phase. Aber nach einigen Wochen merkt man, dass nicht alles Gold ist, was dort glänzt. Trotzdem ist und bleibt es der Mega-Think-Tank der Start-up Szene in dem man lernt, ständig über seine Grenzen zu gehen. Und die Anzahl der umgesetzten (und gescheiterten) Geschäftsideen sprengen alle unsere deutschen Vorstellungen. Aber: Er würde heute die Teams in Deutschland oder Europa platzieren, da die Kosten im Valley zu hoch sind.

Statement von Heiko Rauch – Du rennst ständig

Heiko Rauch von Zanox schilderte ähnliche Erlebnisse. Für seine international skalierende Firma war es der richtige Schritt, im Valley zu sein. Doch: Die Luft ist dort sehr dünn. Jeder sucht nach Menschen, die auf einem A-Level sind. Die Folge: Genau diese Personen sind gerade dort schwer zu bekommen (wenn man klein und deutsch ist). Es erhöht die Geschwindigkeit der eigenen Entwicklung aber (Zitat):

Start-up ist dort wie ein Rennen.
Nur ist das kein Sprint, sondern ein Marathon.

Was ist Plan B?

Das Silicon Valley ist wie eine Droge. Die Frage ist nur, ob man auf Drogen steht. Wie immer stellen wir bei Smart Business Concepts die Frage:

Was ist die Alternative?

Wer seine Idee nicht mit Fremdkapital und hoher Geschwindigkeit aufbauen will (kann), sollte seine Geschäftsidee auf das Grund-Chassis abklopfen. Wer im Kern seiner Persönlichkeit eher ein Solopreneur ist, gehört nicht ins Valley. Von daher lohnt es sich, genau hinzuhören, was erfahrene Valley-Veteranen wie etventure sagen.

Unser Tipp

• Fragen Sie sich, ob Sie Start-Up Kaptiän oder eher Solopreneur sind
• Wählen Sie entsprechend Ihre Vorbilder, Tools und das kreative Umfeld
• Wer Solopreneur ist, lernt vom Valley, zieht aber – bildlich gesprochen – seitlich auf eigener Straße vorbei

 

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