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Virtuelle WordPress Agentur als Smart Business Concept

Im folgenden beschreibt Thorsten Kucklick, wie er sein Projekt Ultrapress von Anfang an als Smart Business Concept plant. Vielen Dank für die genaue Schilderung seines “Selbstversuches”.

Gastartikel von Thorsten Kucklick

Als ich beim Planen meines neuen Projektes UltraPress das Buch „Smart Business Concepts“ von Brigitte und Ehrenfried zufällig in die Hände bekam, bemerkte ich Kapitel für Kapitel, dass es so ziemlich genau die Prinzipien propagiert, mit denen ich gerade mein eigens Projekt aufbauen wollte.

Meine Idee: Eine Plattform für WordPress-Services zum Festpreis, eine Art Word-Press-Baukasten.

Bereits in der Empfehlung des ersten Kapitels, bei sich selbst zu starten, also die Geschäftsidee aus den eigenen Bedürfnissen heraus zu entwickeln, konnte ich mich wiederfinden. Zum einen will ich in Zukunft noch unabhängiger arbeiten, zum anderen sah ich mich selbst als Kunde meines Angebotes.

Alle weiteren Kapitel im Buch bauten schrittweise aufeinander auf, und boten mir für mein Projekt eine solide systematische Entwicklungsbasis.

In diesem Gastartikel will ich berichten, wie ich konkret zu der Idee gekommen bin, wie ich an die Planung herangegangen bin, welche Prinzipien meinem Geschäftsmodell zugrunde liegen, und welche Prozesse und Infrastruktur erforderlich sind, um eben jene Prinzipien mit Leben zu füllen, die das Ganze zu einem „Smart Business Concept“ machen.

Die Idee

Wie ist die Geschäftsidee entstanden?

Die Grundidee für meinen Service entwickelte sich aus zwei Einflüssen:

Zum einen hatte ich seit Jahren im Rahmen meiner Mitgründerschaft beim Startup MeinSpiel an B2B-Projekten, also Aufträgen für Firmenkunden, gearbeitet. Dabei habe ich unsere Prozesse für die Aufträge immer weiter standardisiert und so weit es ging, auch automatisiert. Eine Erfahrung, die für das Geschäftsmodell meines neuen Startups [wir würden das einen Smart-up nennen A.d.R. :-)] UltraPress essentiell ist.

Zum anderen gibt es meinen Blog DigitalBetrieb, bei dessen Entwicklung ich immer mal wieder kleinere Veränderungen am Design und an den Funktionen vornehme. Bei einigen dieser Anpassungen dachte ich mir, eigentlich könne das eine WordPress-Agentur deutlich schneller und effizienter hinbekommen, aber ich scheute den Aufwand eine Agentur ausfindig zu machen, ein Angebot einzuholen, alles abzustimmen und so weiter. Das ganze Prozedere eben, das ein solches Agentur-Engagement so mit sich bringt.

Daher habe ich all die kleinen Änderungen an meiner Seite selbst gemacht, während ich mir als Ideal für meine Bedürfnisse einen Webservice vorstellte, der lauter solch kleine Anpassungen und Erweiterungen als definierte Produkte darstellt, die ich einfach nur für einen günstigen Festpreis buchen kann.

Und geboren war Idee:

Eine Art Baukasten, aus dem man WordPress-Services zum Festpreis bucht. Von der reinen Installation des WordPress-Systems, über Design-Anpassungen bis hin zu Marketing-Tools.

UltraPress Logo

 

Da ich den Service quasi in der Rolle als potenzieller Kunde erdacht hatte, sehe ich auch die Zielgruppe vor allem im Bereich von Solopreneuren und kleinen Unternehmen. Daneben richte ich das Angebot auch an Full-Service-Agenturen, die selbst keine WordPress-Kapazitäten im Haus haben, und so einzelne Projekte für ihre Kunden buchen können.

Die Planung

Wie habe ich das Projekt UltraPress geplant?

Mit der Planung des Projekts UltraPress begann ich Ende 2012. Das ist mittlerweile ein gutes halbes Jahr her, was vor allem daran liegt, dass ich die Sache als reines Nebenprojekt gestaltet habe. Ansonsten hätten wenige Wochen Planung und Vorbereitung sicher ausgereicht.

Aus ersten Notizen und Ideen strukturierte ich nach und nach eine Reihe von Todo´s, die ich in verschiedene Themen aufteilte:
• Website
• Produkte
• Infrastruktur
• Marketing

Den Aktionsplan, der daraus entstand, begann ich schließlich Ende Februar 2013 nach und nach in die Tat umzusetzen mit dem Aufbau und Design der Website sowie dem Erstellen erster Produkte.

Magic Moment
Im Juni gab es endlich den Launch, und – „YES“ – kurz darauf kam es auch zur ersten Bestellung, die ein echter „Magic Moment“ für mein Projekt war!

Die Planung war übrigens zu keiner Zeit komplett, sie lief parallel immer weiter, und auch nach dem Launch verwende ich die gleichen Planungstechniken und -strukturen – eine Art rollierende Planung, immer mit dem Fokus auf die nächsten kritischen Schritte.

Das Geschäftsmodell

Auf welchen Prinzipien basiert mein Modell?

Praktikabel definierte Prinzipien können gute Leitlinien sein, wenn es um die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle geht. Und ich hatte mich im Vorfeld sogar öffentlich recht klar festgelegt.

Über meinen Blog hatte ich Ende letzten Jahres das Ebook „Das 1.000-Euro-Startup“ (kostenlos) publiziert. Darin vertrete ich im wesentlichen die These, dass sich etliche Geschäftsideen mittlerweile für weniger als 1.000 Euro auf die Beine stellen lassen. Daneben stehen weitere Prinzipien, die ich mit Leben erfüllen will, und die ich ziemlich deckungsgleich in Brigittes und Ehrenfrieds Buch gefunden habe:

Welche Anforderungen stelle ich meinem Projekt?

Ich will es…
… weitgehend virtuell organisieren,
… ortsunabhängig führen können,
… auf klaren Prozessen basieren,
… per Bootstrapping aufgebauen, mit Anlaufkosten von weniger als 1.000 Euro,
… netzwerkartig organisieren, also mit Partnern zusammenarbeiten und auf Outsourcing setzen,
… schnellstmöglichst zu echten Umsätzen treiben, damit es sich selbst trägt.

Die Prozesse

Was sind die entscheidenden Prozesse, damit ich das Unternehmen virtuell als Solopreneur führen kann?

Zu Anfang wird es laufen wie bei den meisten Agenturen: Aufträge kommen rein, ich bearbeite sie. Das klingt auf den ersten Blick unspektakulär und logisch, aber dabei soll es nicht lange bleiben. Denn ansonsten wäre ich schnell im Hamsterrad und könnte das Projekt nicht weiterentwickeln.

Stattdessen versuche ich von Anfang nur Service-Produkte in einer Form anzubieten, deren Ausführung sich standardisieren lässt. Denn nur so ergibt das Modell für mich und auch für die Kunden Sinn.

Nach einer Bestellung werden automatisch die wichtigsten Auftrags-Spezifikationen beim Kunden abgefragt, was im zweiten Schritt ebenso automatisch zu einer Art Briefing führt, das nach einem klaren Schema bearbeitet werden kann – und zwar unabhängig von der Person des Bearbeiters und vom Ort der Person. UltraPress-Partner müssen lediglich richtig gut qualifiziert sein und natürlich mit den Auftrags-Abläufen vertraut gemacht werden.

Da alle UltraPress-Services digitaler Art sind, stehen die Voraussetzungen für eine weitgehend virtuelle Organisation recht gut.

Die Infrastruktur

Welche Tools und Systeme brauche ich für das virtuelle Unternehmen?

Grundsätzlich will ich möglichst wenig davon einsetzen – immer nach dem Motto: „Keep it simple and stupid!“, damit ich mich nicht in Abläufen und Automatismen verheddere, und alles praktisch zu handeln ist.
Zur Zeit arbeite ich mit diesen Tools:
Rememberthemilk
• Google-Tabellen
• WordPress – welch Wunder 😉
Cleverreach
Fastbill
Wahrscheinlich wird demnächst noch ein CRM hinzukommen, aber das soll es dann auch gewesen sein.

Die Weiterentwicklung

Wie mache ich das „minimum viable product“ markttauglich?

Ich bin mir sicher, dass UltraPress in einem halben Jahr anders aussehen wird als jetzt – und das wird nicht nur das reine Design betreffen. Wenn ich nach dem Lean-Startup-Ansatz handeln will, muss ich bereit sein, das Modell nach und nach anzupassen.

Das „minimum viable product“, also das minimal funktionsfähige Produkt ist im Markt, und jetzt geht es darum zu sehen: Wie gehen die User damit um? Welche Bereiche und Produkte sind wichtiger als andere? Was gilt es zu ergänzen? Was gilt es wegzulassen?

Die ersten Monate im Markt sehe ich also als eine Art Lernphase, während der ich neue Erkenntnisse immer wieder in das Projekt einfließen lassen muss, um es letztlich im Markt bestandsfähig zu machen.

Fazit

Bei aller Veränderung, die kommen wird, sind gewisse Leitlinien ideal, um nicht irgendwann etwas ganz anderes zu machen, als ich anfangs vorhatte. Der Anspruch an meine WordPress Agentur, dass sie virtuell als Solopreneur zu führen ist, wird daher beständig sein, und so auch der Ansatz des „Smart Business Concepts“, der den Wert der Unabhängigkeit ganz nach oben stellt, was in meinen Augen ein wirklich erstrebenswertes Ziel ist.

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