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Stahlmaker Peter Hug

In nur drei Wochen zum Prototypen

Einem Solopreneur Maker über die Schultern geschaut

Wer beim Grillen genug von Billig-Klapper-Blechkisten hat und auch der Kohle absagen will, hat jetzt bei der Grill-Manufactur die perfekte Alternative: einen stahlechten Holzgrill. Hinter diesem superstabilen, formschönen und sehr praktischen Grill steht ein Solo-Maker, Peter Hug.


Interview mit Peter Hug von der Grill Manufactur

Uns interessierte vor allem, wie Peter Hug in nur 3 Wochen den Prototypen für seine neues Smart Business Concept auf die (Stahl-)Beine stellte.

holzgrill

Peter, Du bist ein Metall-Maker, Du konstruierst selbst Geräte.
Wie bist Du dazu gekommen?

Ich habe als Kind schon immer gerne Dinge repariert oder gebaut, entweder aus Holz oder aus Metall. Ich habe nach der Schule dann eine Lehre zum Werkzeugmacher gemacht und später den Maschinenbautechniker, der mich in die Konstruktion gebracht hat.

Die Produktentwicklung, also neues zu schaffen, ist dann auch das was mich antreibt. Da ich früh Führungsaufgaben in der Produktentwicklung übernommen habe, hatte ich parallel angefangen BWL zu studieren und dort dann auch den Bachelor & Master gemacht. Im Nachhinein eine gute Kombination, man kann ja auch Geschäftsmodelle oder Services „entwickeln“ die man wie physische Makerprodukte verkaufen kann. Am Ende hilft das beste Produkt nichts, wenn man es nicht vermarkten kann.

Du hast bisher vor allem mit Metall und Stahl gearbeitet.
Was gefällt Dir daran?

Mich haben Maschinen schon immer fasziniert, diese sind in der Regel eben aus Stahl. Ich bin auf einem Bauernhof aufgewachsen und somit hatte ich als Kind schon sehr früh Kontakt mit Maschinen und dem Werkstoff aus dem sie sind. Für ein Kind sind Trekker und große Erntemaschinen nun mal faszinierend. Stahl lässt sich leicht fügen und formen, ist stabil und man kann eben tolle Dinge daraus machen.

Deine Grill-Manufactur ist Dein neues Smart Business Concept.
Was werden dort Deine ersten Produkte sein?

Mein erstes Produkt sind die Holz-Standgrills. Als nächstes möchte ich noch einen guten Asado Grill bauen. Es gibt DIY-Asado-Konzepte, bei denen Grill Fans sich selber etwas gebaut haben. Ich versuche im Moment rauszufinden was gut & schlecht ist und aus den besten Erkenntnissen ein rundum gutes Produkt zu schaffen. Ebenso teste ich mit Feuerschalen in Kombination mit einem guten Grillrost, ggf. noch etwas spezielles für Stockbrot oder Fisch.

Das klingt nach einem ganzen Stahl-Portfolio. Das Design Deines Holzgrills stand nach der Teilnahme in unserer Intensivgruppe bei Dir sehr zügig. Wie schnell warst Du von den ersten Gedanken bis zum ersten Prototypen?

Dadurch dass ich alle Tools quasi griffbereit habe, wie auch ein bestehendes Netzwerk von Lieferanten, stand binnen 2-3 Wochen der erste Prototyp.

Konstruierst Du rein am Rechner oder machst Du Dir vorher Skizzen auf Papier oder Modelle?

Beides. Ich denke im Vorherein sehr viel nach wie ein cooler Grill denn so aussehen könnte. In der Regel bin ich, wenn ich unterwegs bin, mit meinem Notizbuch bewaffnet und skizziere Einfälle. Die besten Ideen kommen nicht im Büro vor dem Rechner sondern meist auf dem Weg ins Büro, im Cafe oder sonst irgendwo, wo ich kreativ sein kann.

Sobald ich das Gefühl habe ein paar gute Skizzen bzw ein Produktkonzept zu haben setzte ich dieses konzentriert im Büro am CAD um. Dies ist der weniger kreative, sondern ein eher linearer Part der Arbeit.

Da ich ein gutes Netzwerk im Bereich Maschinen / Stahlbau habe, ist es für mich sehr einfach einen Prototyp zu bauen. Das geht sehr schnell (ca. 1 Woche) bis ich die gelaserten und gebogenen Stahlteile bekomme. Diese schweiße ich selber in meiner Werkstatt, setze sie dann zu einem Prototypen zusammen und teste sie. Dies könnte ich zwar auch outsourcen, aber für einen Maker ist es nun einmal das Höchste, den virtuellen Prototypen mit den eigenen Händen aufzubauen und zu testen.

Ohne diesen „echten“ Prototypen kann man nicht fühlen, sehen oder vernünftig testen, nur virtuell am Computer simulieren, erfüllt nicht den Zweck eines guten Prototypings.

Grill für Holz

Das Besondere an Deinem Holz-Grill ist der umschwenkbare Rost.
Ist das eine eigene Erfindung?
Hast Du dieses Konstruktionsmerkmal schützen lassen?

Jein. Ich habe ähnliche Konzepte auf Campingplätzen in den USA gesehen und fand diese Grills immer sehr praktisch und schön. Diese Grills in den Nationalparks sind sehr stabil gebaut und eben für das Grillen mit Holz sehr gut geeignet.

Dieses Rost-Konzept habe ich mitgebracht, da ich in Deutschland keine vergleichbaren Modelle gefunden habe. Das Gros der Grills (und Griller) ist auf „schnell und praktisch“ ausgelegt, und das ist eben Gas und Holzkohle. Ich assoziiere meine schönsten Grillerlebnisse aber immer mit Feuer, Wärme und Gemütlichkeit, also Holz.

Daher habe ich das Rost-Konzept aus den USA genommen, es dann aber von Anfang an für ein Smart Business optimiert. Die Blechteile werden CNC gelasert und dann gebogen. In den Einzelteilen sind Laschen eingelasert womit diese vor dem Schweißen zusammengesteckt werden können. Somit entfallen aufwändige Schweißvorrichtungen. Durch ausgeklügelte Biegetechnik wird die Anzahl benötigter Teile reduziert. Somit kann ich schnell und günstig Prototypen bauen, und vor allem bereits in Kleinserien produzieren. Smart daran: ich muss kein großes Lager aufbauen und halte meine Inventarkosten gering.

Einen Schutz habe ich bisher nicht beantragt. Ich habe bereits einige Patente in anderen Bereichen, kenn mich inzwischen bei Patenten recht gut aus. Da ich bisher den Stand der Technik „nur“ optimiert habe ist es schwer darauf ein Schutzrecht zu bekommen. Mal schauen, ob dann für den Asado Grill ein Designschutz in Frage kommt.

Wie stellst Du Dir das Marketing für Deinen Grill vor?

Im Moment teste ich verschiedene Kanäle. Zum einen meine Website, die ich ab jetzt kontinuierlich erweitere. Die Herausforderung dabei ist, Kunden auf die Website zu bringen. Da Grillen mit Holz relativ unbekannt ist, suchen noch wenige nach den Keywords und es ist schwer bei der Vielzahl Anbieter gefunden zu werden.

Daher stehen meine Produkte auch auf Etsy und Dawanda, da dort das Publikum tendenziell nach ausgefallenen und vor allem hochwertigeren Produkten sucht als der Mainstream. Ebenso bin ich inzwischen auf Amazon. Dort teste ich im Moment, wie ich am besten gefunden werden kann. Inzwischen ist das Angebot an Grills auf Amazon schon ähnlich vielfältig wie bei einer Googlesuche, und die Herausforderung ist auch hier, erst einmal gefunden zu werden.

Deshalb denke ich auch darüber nach, einen Kooperationspartner zu suchen. Als Maker bin ich sehr gut darin, Dinge zu entwickeln und zu bauen, besser als Dinge zu  vermarkten. Ebenso gibt es ja Menschen die sehr gut darin sind Dinge zu vermarkten, aber nicht entwickeln und bauen können. Ideal wäre es diesen zu finden, sei es ein Affiliate, Geschäftspartner oder Online Grill Händler. Zwar kostet das im ersten Moment Marge, aber wenn die Marge abgebe, gewinne ich wieder Zeit, die als Solopreneur viel wert ist.

Danke Peter für den Einblick in Deine Maker-Werkstatt.


Solopreneur-Typ

Peter Hug stellt seine Grills selbst her, bzw. wir sie später in Kleinserie fertigen lassen. Damit ist er beim Solopreneur-Typ ein “Produzent” (Maker). Zugleich baut er das Marketing seiner Grills selbst auf. Damit wird er auch ein Händler. Haupttyp ist Produzent, Nebentyp ist Händler.

Mehr über Solopreneur Mischtypen finden Sie hier

Grundlagenartikel über die 5-Solopreneurtypen hier


 

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