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Wann Du Rücklagen brauchst

und wie Du sie smart aufbaust

Smarte Systeme sind resistenter als klassisch gebaute Business-Systeme. Think Smart! hat dabei etwas mit Deinen Rücklagen zu tun.

In diesem Artikel geht es um:

  • Wann Du Rücklagen brauchst
  • Was Rücklagen sind
  • Wie Du smart Rücklagen bildest

Wann Du keine Rücklagen brauchst

Falls es in Deinem Leben nur eine Richtung gibt – steil aufwärts –, dann brauchst Du sie nicht. Wenn Du aber (wie wir) zu den Normalsterblichen gehörst, dann raten wir dringend dazu:

Baue in Deinem Smarten Business und auch privat Rücklagen auf.

Financial Happiness

Der Grund eins für Rücklagen: Rücklagen greifen, wenn Du einmal eine nicht so gute Zeit hast. Sie sichern ab. Aber sie haben einen zweiten großen psychologischen Aspekt: Sie machen Dich auch ruhiger in den Zeiten, in denen es durchaus gut läuft. Es schläft sich einfach besser wenn Du nicht immer am Monatsende leere Konten hast.

Nervenbalsam

Wir erinnern uns gut an ein Gespräch vor vielen Jahren zu Beginn unserer eigenen Selbstständigkeit mit einem erfahrenen Berater. Er sagte uns, dass ihm der Schritt in die Soloselbstständigkeit nicht leicht gefallen ist. In den ersten Jahren machte er sich oft Sorgen über seine Finanzen. Dann baute er eine Rücklage in der Höhe eines kompletten Jahresbedarfs auf. „Von diesem Zeitpunkt“, so sagte er „war ich ruhiger.“

Was ist eine Rücklage?

Siehe es schlicht

Eine Rücklage ist Geld, das Du zurückgelegt hast, um es im Falle eines Falles einsetzen zu können. Wir unterscheiden zwischen einer Sicherheitsrücklage (Geld für den Fall eines Falles) und Investitionsrücklagen (Du sparst Geld an, um ein größeres „Ding“ zu kaufen, also eine Ansparrücklage).

• Die Rücklage steht als liquide Mittel auf einem Konto
• Oder auch als ein anderer Wert (dazu kommen wir noch)

Steuerrechtlicher Begriff ist nicht primär wichtig

Im Steuerrecht geht es dagegen meist um die Frage, ob eine Rücklage vom Gewinn abgezogen werden kann (um Steuern zu sparen). In diesem Zusammenhang wird zwischen offenen und stillen Rücklagen unterschieden. Das interessiert uns heute hier als Solo- und smarte Selbstständige einmal nicht. Den Punkt der Gewinn-Minderung kläre am besten mit Deinem Steuerberater.

Think Smart!

Rücklagen bilden wir nicht, um Steuern zu sparen!
Wir bilden sie, um
• eine smarte Cash-Flow-Company zu haben
• in einem Engpass keine Schulden machen zu müssen
• Finanziell happy zu sein

Wo bildest Du Deine Rücklagen?

  • In Deiner Firma
  • Privat

Think Smart!

Trenne bitte Deine betrieblichen und privaten Rücklagen.

Einfach gesprochen: Deine betrieblichen Rücklagen sind in der Finanzsphäre Deiner Firma und gehören Deiner Firma. Es ist einfach nicht Dein Geld. Du kaufst damit nicht Deine private Waschmaschine, wenn diese ausfallen sollte. Umgekehrt kaufst Du mit Deinem privaten Geld keinen Computer. Den bezahlt die Firma.

Höre mit privatem Nachschießen auf

Warum betonen wir diese betriebswirtschaftliche Selbstverständlichkeit?

Weil wir immer wieder sehen, dass Soloselbstständige zu oft ihr privates Geld als Rücklage sehen. „Ich habe ja privat etwas liegen, das kann ich zur Not einsetzen“.

Think Smart!

Höre auf mit dem Privat-kann-ich-Nachschießen-Denken.

Grundsätzlich vermeidest Du als Smartianer, Deinen Betrieb durch privates Geld zwischenzufinanzieren. Das führt direkt in ein Stress-System. Halte Dein Smartes Business so gesund, dass Du kein privates Geld nachschießen musst. Das Geld fließt aus Deiner Firma in Dein Privatleben, nicht umgekehrt.

Das gelingt Dir aber nur:

  • Wenn Du betriebliche und private Konten streng trennst
  • Nicht zu viel aus dem Betrieb entnimmst
  • Ausreichend hohe Einnahmen hast

Der Dritte Punkt ist natürlich entscheidend. Hast Du keine ausreichenden Einnahmen, kannst Du keine Rücklagen bilden oder halten. Dass nicht jede Branche unter diesem Gesichtspunkt stabil ist, hat Corona gezeigt.

Think Smart – Own your products!

Ein smartes Business ist nicht so sehr von der Branche abhängig, als von der Art Deiner Aufstellung. Own your products! Own your process! ist ein Schlagwort, das wir an dieser Stelle geprägt haben.

Wie Du erfolgreich ein smartes Business etablierst, darüber haben wir an anderer Stelle ausführlich geschrieben. Kommen wir zurück zur Rücklagenbildung

Deine privaten Rücklagen sind also getrennt. Mache bitte nicht den Fehler, im Falle eines Falles in Deiner Firma immer in Deine private Kasse zu greifen. Deine privaten Rücklagen sind genau dazu da, was der Name sagt: Sie sichern ab, dass Du für einen privaten Engpass die notwendigen Geldmittel hast. Deine Firmenrücklagen machen das gleiche in Deiner Firma.

Profit First und Rücklagen

Zur Zeit ist Profit First bei vielen Selbstständigen in Mode. Dass Du Dir ein passendes Gehalt (zuerst) auszahlst, ist von der Rücklagenbildung unabhängig. Anders gesprochen: Warte nicht bis zum Sanktnimmerleinstag, bis Du Dir ein gutes Gehalt auszahlst. Aber quetsche die Firma auch nicht aus. Baue dort zügig Deine Rücklage auf. Nur wenn Du Rücklagen hast, kannst Du Dir auch Dein Gehalt weiter auszahlen, wenn es einmal Schwankungen im Betrieb gibt.

Daher würden wir Profit First ein wenig anders formulieren.

Rücklage First, gutes Gehalt Second.

Wie hoch sollte Deine Rücklage sein?

Deine Financial Happiness hängt davon ab, ob Du Dir regelmäßig Dein monatliches Gehalt zahlen kannst. Ist einmal nicht genug Geld durch den Verkauf von Produkten oder Aufträge vorhanden, zahlt die Rücklage Dein Gehalt.

  • Daher ist die Frage: Wie viele Gehälter möchtest Du gesichert haben?
  • Sagen wir einmal 6 Monate. Dann wäre eine gute Rücklage:
  • 6 Monate Gehalt plus 6 Monate laufende Betriebskosten.

Eine solche Rücklage würde eine Krankheit von 3 Monaten gut abfedern. Du könntest 3 Monate komplett ausfallen, zahlst Dir Dein Gehalt weiter und hast noch weitere 3 Monate, um Deinen Betrieb wieder anzufahren. Wie zuvor geschildert hatte der Selbstständige, mit dem wir vor Jahren sprachen, sich dies für 12 Monate berechnet.

Tipp

  • Rechne Dir aus, wie hoch eine 3-Monats-Rücklage wäre
  • Rechne Dir aus, wie hoch eine 6-Monats-Rücklage wäre
  • Rechne Dir aus, wie hoch eine 12-Monats-Rücklage wäre

Je nach Höhe Deines Gehaltes ist das ein beachtlicher Betrag.

Wie baust Du Deine Rücklage auf?

Gehe systematisch vor

Du kennst nun das Ziel, wie hoch Deine Rücklage sein könnte. Aber es ist meist nicht möglich, einfach aus den Betriebsmitteln auf einen Schlag das Gehalt für 12 Monate zur Seite zu legen. Daher ist die Bildung einer hohen Rücklage ein Prozess. Lege für Dich fest, wie viel Deiner Einnahmen Du ab jetzt pro Monat in die Rücklage stellst. Sagen wir einmal 10% Deiner Einnahmen. Schaffst Du das nicht, lege zum Beispiel 5% zurück.

Ideal wäre es, wenn Du dies zusätzlich schaffst

  • Dein Gehalt dafür nicht kürzen musst
  • Rechne einmal aus, was Du hinbekommst
  • Siehe es wie eine eigene Kostenposition

Rechne einmal verschiedene Prozentsätze durch, die Du Dir als innerbetriebliche Sparrate vorstellen kannst und schaue, wie lange Du jeweils brauchst, um welches Ziel zu erreichen. Wir raten dazu, möglichst zügig auf die 3-Monats-Rücklage zuzugehen. Also ruhig einmal etwas mehr zurückzulegen, bis diese steht. Ab dann kannst Du es etwas lockerer angehen. Versuche es aber in 2 bis maximal 3 Jahren zu schaffen. Dir nützt es wenig, wenn die Rücklage in 10 Jahren aufgebaut ist.

Zahlst Du immer in die Rücklage ein?

Nein. Ist die Rücklage aufgebaut, stoppst Du die Einzahlung auf das Rücklagenkonto. Dann kannst Du mehr investieren oder auch mehr Gehalt auszahlen. Aber Vorsicht: Gehst Du privat mehr Verpflichtungen ein, zahlst Dir ein höheres Gehalt, dann gehört zum Rücklagenspiel auch, dass Du diese anpasst. Denn sonst reicht die Rücklage nicht mehr im Falle eines Falles für das höhere Gehalt.

Einnahmen hoch oder Ausgaben runter?

Viele haben nicht den Finanzflow für eine komfortable Rücklagenbildung. Sie sind es noch gewohnt, das auszugeben, was reinkommt. Von-der-Hand-in-den-Mund-Ausgeber geben immer exakt das aus, was reinkommt. Das ist nicht smart.

Schaue Dir beide Seiten Deines Finanzflows an:

  • Wo kannst Du Einnahmen heben?
  • Wo kannst Du Ausgaben senken?

Tue das so lange, bis Dir die Rücklagenbildung nicht mehr wehtut, oder Du die Rücklage stehen hast.

Wie hältst Du eine hohe Rücklagen-Liquidität in der Firma?

Nimm bitte dafür ein eigenes Rücklagenkonto. Es gibt immer wieder Buchhalter, die sagen: Man kann alles betriebliche Geld auf einem Konto führen, man muss nur wissen, wofür es ist. Unsere Erfahrung: Es ist psychologisch besser, wenn Rücklagen vom operativen Konto verschwinden und extra liegen.

  • Du siehst sofort, wie hoch die Rücklage ist
  • Du hast größere Hemmung, einfach in dieses Reservoir zu greifen

In der Zeit der Niedrigzinsen macht es aber nicht so viel Spaß, viel Geld auf dem (getrennten) Konto zu haben. Habe es trotzdem dort. Zumindest einen Teil. Denn Engpässe kommen ohne Voranmeldung. Du kannst schnell reagieren, wenn die Rücklage flüssig ist. Möchtest Du doch eine kleine Rendite für die Rücklage haben, prüfe, ob Du ein Firmendepot anlegen kannst. Wenn Du als Betrieb Aktien, Fonds oder ETFs hälst, habe aber im Hinterkopf, dass Wertpapiere fallen können. Lege das Rücklagen-Depot dann etwas großzügiger an und behalte eine „Handkasse“ als echtes Geld auf dem Rücklagenkonto.

Ist Rücklage = Vermögen?

Ja und Nein. Bilanzierst Du Dein komplettes Vermögen (Firmenvermögen und Privatvermögen, wie wir es in der Vermögensgruppe zeigen), spielen die Bargeldbestände natürlich eine Rolle. So gesehen gehören diese Mittel zu Deinem Gesamtvermögen.

Psychologisch würden wir aber in zwei Stufen denken:

Baue Deine betriebliche und Deine private Rücklage auf. Rechne diese beiden Posten aber nicht in Deine Rentenplanung ein. Denn Vermögen, welches Du für Deine Altersversorgung aufbaust, fasst Du möglichst nie wieder an. Das bleibt liegen. Auch im Notfall. Wir haben mehr als eine Geschichte von Selbstständigen gehört, die ihr Altersvermögen in der Coronakrise aufgebraucht haben, weil sie keine zusätzlichen Sicherheitsrücklagen hatten. Das fühlt sich nicht gut an.

Baue also Rücklagen UND Altersvermögen auf. Wenn Du die Rücklagen nicht verbrauchen musst: Um so besser, dann bist Du doppelt finanziell glücklich. Kommt ein Engpass, setze die Rücklage mit Bedacht ein. Das Altersvermögen bleibt aber stehen. So bleibst Du trotz eines Engpasses in Deinen finanziellen biografischen Zielen.

Ist das praktikabel?

Wenn Du Rücklagenbildung bereits gewohnt bist, dann ist dieser Artikel nichts Neues für Dich. Wenn Du es noch nicht praktizierst, magst Du Dich fragen, ob das überhaupt machbar ist. Unter dem Strich ist es eine Frage der eigenen Konsequenz. Es geht, wenn Du insgesamt bei den Ausgaben aufpasst und in den Einnahmen stabil bleibst, also Deinen smarten Finanzflow findest.

Fazit

Rücklagen bilden? Das hört sich konservativ an. Mit diesem Artikel legen wir Dir dieses klassische Finanzinstrument wärmstens ans Herz. Rücklagen zu haben, ist einfach smart. Lebe nicht, um Rücklagen zu bilden, aber habe Rücklagen, um ruhiger leben zu können.

 


Wenn Du an Deinem Finanz Flow System arbeiten willst:

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