Solopreneur – die flexible Identität

- Andere Begriffe wie „Freelancer“ passen nicht?
- Der viel genannte „Unternehmer“ fühlt sich zu groß an?
- Und ein „Online-Startup“ bist Du schon gar nicht.
Dann könnte es sein, dass Du im Herzen längst ein Solopreneur bist – und es nur noch nicht weißt.
- Was das Wort „Solopreneur“ bedeutet und woher es kommt
- Die 5 Solopreneur-Typen – und welcher zu Dir passt:
- Experten, Services, Erlebnisse, Maker, Händler
- Wie ein Solo-Geschäftsmodell aufgebaut ist
- 5 Schritte auf Deinem Weg zum Solopreneur
Autor: Ehrenfried Conta Gromberg
Was ist ein Solopreneur?
Es hat uns geholfen, unsere Identität zu finden
Als wir – Brigitte und Ehrenfried Conta Gromberg – im angloamerikanischen Raum über das Wort Solopreneur stolperten, machte es bei uns „Klick“. „Das sind wir“, war unser Gefühl. Wir hatten etwas gefunden, nachdem wir nicht gesucht hatten.
Daran, dass wir als selbstständiges Ehepaar uns mit dem Begriff Solopreneur identifizierten und dann nach Deutschland brachten, siehst Du:
Es geht nicht um etwas Juristisches oder eine exakte Definition.
Solopreneur bezeichnet eine Haltung, die verschiedene Formen annehmen kann.
- Du kannst alleine Solopreneur sein
oder zusammen mit Deinem Lebenspartner (wie wir). - Die Rechtsform spielt keine Rolle
(wir haben eine GmbH, andere sind Einzelunternehmer etc.). - Es ist eine flexible „innere“ Identität,
die Dir aber genau deswegen eine starke Orientierung geben kann.
Aber der Reihe nach. Zunächst zur Wortbedeutung:
Die meisten Solopreneure haben kompakte Konzepte
Und nun kommt eine Denk-Weiche:
Du kannst solo theoretisch große Firmen aufbauen (Unternehmen).
Das passiert auch. Aber selten.
In Deutschland gibt es seit Jahren einen anderen großen Trend:
Die Zahl der Solo-Selbstständigkeiten wächst. Einige sind klassisch selbstständig (auftragsbezogene Tätigkeiten), viele dieser Solo-Geschäftskonzepte werden aber immer digitaler und arbeiten produktorientiert.
Die Hauptgruppe der Solopreneure haben reduzierte, kompakte, smarte Geschäftsmodelle. Oft nahe an klassischen Rollen. Diese aber digital aufgewertet. Darunter sind viele Experten, Berater, Educators, Content Creators und alle Formen der smarten Services, Erlebnisse bis hin zu Makern und Solo-E-Commerce. Genau auf solche kompakten, reduzierten Geschäftsmodelle haben wir uns spezialisiert.
Querverweis: Diese kompakten smarten Geschäftskonzepte findest Du auch bei kleinen smarte Remote-Teams. Das sind 2 bis ca. 5 Personen, die dezentral zusammenarbeiten. Das gehört für uns mit zu diesen flexiblen Modellen. Es fällt aber streng genommen nicht direkt unter das Stichwort Solopreneure, wenn es dort geteilte Inhaberschaften gibt.
Das Buch „Solopreneur“
Für diese wachsende Gruppe der smarten Solo-Selbstständigen gab es in Deutschland keinen guten Rollenbegriff, nur Verweise auf alte Identitäten.
Daher brachten wir den Begriff 2013 bewusst nach Deutschland und schrieben dazu das erste deutschsprachige Buch. Uns hat die Arbeit daran geholfen, die eigene Identität besser zu verstehen. Die Identität „Startup“ war nicht unsere. Damit sind in der Regel fremdkapitalbasierte Online-Firmen gemeint. Das war uns eine Schublade zu groß (wir haben das schmerzhaft ausprobiert). Im Herzen sind wir Selbstständige. Aber wir waren schon digital und anders unterwegs als andere Selbstständige.
Vielleicht geht es Dir auch so: Da sind viele Rollen, die einem übergestülpt werden (oder die Du unterbewusst wählst), die aber nicht passen.
Unsere Erfahrung:
Es hilft, wenn Du besser verstehst, was Du bist. Du vermeidest Fehler, die passieren, wenn Du in Handlungsmuster anderer Konzepte verfällst.
Das Buch „Solopreneur – Alleine schneller am Ziel“ markierte:
Es gibt neue Formen, selbstständig zu sein. Hier ist eine neue mutmachende flexible Identität für alle Selbstständigen, die unternehmerischer denken als herkömmlich gebaute Selbstständigkeiten.
Wo fängt es an, dass Du ein Solopreneur wirst?
Es beginnt im Inneren, Deiner Identität: Du möchtest das sein und bist bereit flexibler digital um die Ecke zu denken.
- Es hat mit Deiner Art zu tun, wie Du Dich verstehst.
Deinem Selbstbewusstsein (Mindset). - Und es geht weiter, wie Du Dein Angebot organisierst.
Productized wäre ein Stichwort, digital das andere.
Nicht jede Selbstständigkeit würden wir als Solopreneur bezeichnen.
Ein Beispiel:
Wir haben einige großen Pflanzen im Garten. Diese haben wir setzen lassen. Der Landschaftsgärtner, der dies tat, ist ein klassischer Solo-Selbstständiger der alten Schule: Er hat einen kleinen LKW und ein Handy. Dazu sein Werkzeug. Er verzichtet bewusst auf den sonst üblichen zweiten Mann (es rechnet sich in seinen Augen nicht). Mehr braucht er nicht. Ist er solo? Ja. Ist er digital? Fehlanzeige. Er hat weder eine Website noch ein Logo oder anderen „modernen Kram“.
Klassisch hat immer noch seinen Platz
Auftragsbasierte und stundenbasierten Selbstständigkeiten gibt es weiterhin und sie brauchen ebenfalls einen unternehmerischen Willen und viel Fachverstand (den unser Gärtner hat). Aber unser Gärtner denkt nicht in Produkten, Positionierungs-Strategien und digitalem Marketing. Er ist solo, aber kein Solopreneur. Wichtig: Klassische Selbstständigkeiten sind gegenüber smarten Selbstständigkeiten nicht minderwertig. Es geht hier darum, was Du leben willst. Unser Landschaftsgärtner hat weder die Ziele noch die Identität eine Solopreneurs. Er ist trotzdem ausgebucht.
Wichtig
Es gibt durchaus die Mischung klassischer und smarter Angebote in einem einzigen Geschäftskonzept. Genau das praktizieren wir und viele Solopreneure mit der Produkt-Treppe (siehe unten). Du stellst einfach Produkte mit unterschiedlicher Logik in ein Geschäftsmodell. Denke das Ganze flexibel. Aber um gekonnt zu mischen, verstehe erst einmal das Neue. Und hier ist viel in Bewegung. Viele alte, klassische Solo-Selbstständige kreuzen gerade die Linien. Nicht nur wegen KI. Weil digital in der ganzen Breite immer wichtiger wird und Dich unabhängiger macht.
Hier exemplarisch gezeigt am Beispiel eines Productized Consulting:
Eine alte Zunft wird smart
Berater können klassisch unterwegs sein (fast so wie der Landschaftsgärtner, nur mit Handy und nur vor Ort tätig) oder als Solopreneur mit eigener Webpräsenz, eigenen Prozessen, online präsent und mit eigenen smarten Beratungs-Produkten.
Werde smarter. Bevor Du aber leichthin alles automatisierst, sprich lieber mit uns. Denn productized heißt mitnichten, dass alles automatisiert wäre. Dein Produkt-Design macht die Musik und kann vielfältig sein.
Solopreneure haben Prozesse und digitale Tools
Willst Du unabhängier und freier arbeiten, empfehlen wir:
Gehe einen Schritt weiter. Sei kein reiner Auftragsempfänger. Stelle Dich produktorientiert auf.
Solopreneure arbeiten nicht einfach einen Auftrag nach dem nächsten ab. Wir sagen: Sie kehren die Auftragsrichtung um.
- Um das zu können, nutzen sie digitale Tools.
- Diese Tools wandern immer mehr in die Cloud.
- Solopreneure sind damit digital präsent.
- Das ermöglicht ortsunabhängiges Arbeiten.
- Ihr Kundenstamm ist also in der Regel nicht rein regional.
- Aber es gibt auch regionale Solopreneurships.
- Sie automatisieren durchaus, aber nicht alles.
Solo-Tool-Kompetenz
Du erstellst Produkte und fügst Dein Business mit Tools zusammen. Wir haben das scherzhaft einmal Lego-Business genannt. Du bist flexibel wie mit einem Baukasten. Prof. Günter Faltin nannte diesen Ansatz „Gründen mit Komponenten“. Daher schätzen wir seine Arbeit sehr und sind hin und wieder Referenten auf dem Entrepreneurship Summit. Eindeutig ist: Ohne smarte Technik gäbe es keine smarten Konzepte. Dazu wird in Zukunft auch KI gehören. Daher wundert es uns nicht, dass gerade Solopreneure für KI sehr offen sind. Sie können es schneller und direkter in die eigenen Prozesse einpassen als große Unternehmen. Solo kannst Du besser steuern, dass ist gerade bei KI wichtig, um Qualität zu erzeugen.
Solopreneurship ist keine Ideologie und der Übergang von klassischer Selbstständigkeit zu smarten Konzepten ist fließend.
Du darfst diese Identität flexibel füllen:
- Nutze diesen Begriff, Deine eigene Aufstellung besser zu verstehen.
- Traue Dir zu, stärker an einem System zu arbeiten.
- Work smart noch hard.
- Denke unternehmerischer, ohne gleich „Unternehmer“ zu werden.
- Du hast alle Freiheit, Dein Business selbst zu steuern.
Aus unserer Erfahrung gibt es bei diesem Spiel einige grundlegende Muster.
Die 5 Solopreneur-Typen: Welcher bist Du?
Was machen Solopreneure nun genau?
Geschäftsmodelle sind heute sehr individuell. Doch in unserer Begleitung tauchten über die Jahre fünf Solo-Entrepreneur-Typen immer wieder auf. Die von uns beobachteten Unter-Rollen sind bewusst sehr lose und offen formuliert. Damit Deine Identität hineinpasst. Angenommen Du bist Berater, dann kannst Du Dich als Experte sehen und hast damit Spielraum in weitere Richtungen. Nicht nur in die Richtung Beratung (einer speziellen Form, etwas zu tun).
Die 5 Solopreneur-Typen
Diese fünf Typen tauchen regelmäßig in unserem Programm auf
Durch unserer Kooperation mit der Gründerplattorm können wir ebenfalls sehen: Das entspricht den grundlegenden Mustern bei den Selbstständigen.
Typ 1 – die Maker
Maker stellen eigene Produkte her. Physisch oder digital. Das können handgefertigte Objekte sein, Textilien, Foodprodukte, Software, Designs oder andere Eigenproduktionen. Maker verkaufen das, was sie selbst wiederholt herstellen – ohne jedes Mal neu von vorne anfangen zu müssen. Sie haben Kleinserien oder Manufakturen oder wachsen in der Produktion sogar über sich selbst hinaus. Dann lassen sie herstellen.
Typ 2 – die Händler
Händler kaufen oder kuratieren Produkte (Ware) und verkaufen weiter. Du hast ein feines Gespür für Märkte, Wünsche und Nachfrage. Die zentrale Frage bei smarten Händlern ist: Etablierst Du einen eigenen Shop oder gehst Du über die Marktplätze anderer (amazon & Co)? Oder alles (Multichannel)? Auch gibt es Sonderformen: Makler, Börsen etc.
Typ 3 – die Experten
Smarte Experten überführen Wissen in standardisierte Angebote. Das sind Berater, Mentoren, Coaches, Trainer. Zum anderen alle Arten von Fachexperten. Wenn Du hier produktorientiert denkst, bist Du zum Beispiel nicht mehr nur Berater (die klassische Rolle), sondern wirst Beratungs-Solopreneur. Denkst also unternehmerischer und flexibler bei den Angeboten.
Experten aller Art sind statistisch gesehen der häufigste Solopreneur-Typ. Daher haben wir ihn in die Mitte gestellt. Erfahrung und Wissen ist der Rohstoff. Aber Du musst Dich souverän positionieren, da durch KI und Internet Wissen überall vorhanden ist.
Typ 4 – die Services
Service-Solopreneure erbringen Dienstleistungen – in standardisierter, wiederholbarer Form. Bist Du dafür mit Werkzeug und Fahrzeug unterwegs, wäre das klassisches Handwerk. Bist Du aber digital buchbar und laufen Deine Leistungs-Prozesse digital gestützt – schon bist Du den Schritt in Richtung Solopreneurship gegangen. Denke zum Beispiel an Service-Pakete (Productized Services).
Typ 5 – die Erlebnisse
Erlebnis-Solopreneure bieten Formate, bei denen ein Erlebnis im Mittelpunkt steht. Ob das laute oder leise Erlebnisse sind, reale oder imaginäre (z.B. ein Roman) – hier gibt es viele Angebote, die Produkte sind. Ein Event ist ein Produkt (Du verkaufst Tickets), ein Game ist ein Produkt, ein Midnight-Dinner kann ein Produkt sein. Schaue genau hin: Kannst Du das Erlebnis solo gut darstellen oder braucht es dazu dann doch mehr?
Mischformen
Die Frage kommt immer, wenn wir diese Typen vorstellen.
Kann man Typen auch mischen oder muss man eines 100% sein?
- Ja, Du kannst das mischen.
- Es geht ja um eine moderne, flexible Identität.
- Wir ermutigen Dich sogar dazu.
In der Praxis haben viele Solopreneure Anteile aus zwei oder drei Typen.
- So wäre eine Erlebnis-Gastronomie eine Mischung aus Service- und Erlebnismodell.
- Viele Achtsamkeits-Trainer sind zum Beispiel eine Mischung aus Experte und Erlebnis.
Unser Rat
- Wähle zunächst einen Leit-Typ.
- Baue diesen stark auf.
- Der Leit-Typ ist Dein Kern und führt auch die Marke.
Dann kannst Du das eine oder andere Produkt aus einem anderen Solopreneur-Typen hinzunehmen. Quasi wie Farbtupfer.
Das macht das Ganze so flexibel. Die Rolle des Solopreneurs, der verschiedene Produkte in seinem Geschäftsmodell hat, fixiert Dich nicht in eine alte Standes-Rolle (Bäcker, Schuster, Rechtsanwalt), Du kannst neue Angebots-Profile schaffen, das ist das Unternehmerische.
Nur weil etwas neu und bunt gemischt ist, wird es nicht sofort erfolgreicher. Der mobile, online buchbare Frisör, der zugleich Ernährungs-Beratungs-Kurse und Zoom-Persönlichkeitsentwicklung anbietet: Das kann funktionieren. Es kann Kunden aber auch überfordern. soloagil® bedeutet: Denke Dir so etwas nicht einfach nur aus, teste das schrittweise.
Solopreneur-Geschäftsmodell-Werkzeug
Mit der Produkt-Treppe kannst Du sehr schnell kompakte Solo-Geschäftsmodelle entwickeln, bewerten und mit Zielen versehen.
Willst Du mehr über die Produkt-Treppe wissen, lies hier weiter.
Wie wirst Du selbst erfolgreich Solopreneur?
Es gibt nicht den einen Weg, aber es gibt eine Logik, die sich bewährt hat.
Fünf Schritte, die wir auch in unserem Programm anwenden
Schritt 1 – Kläre Dein Kompetenz-Feld
Alles beginnt mit der Frage: In welchem Thema kannst Du anderen wirklich helfen? Wo kommst Du in einen produktiven Flow? Wo gehen andere mit Dir in Resonanz? Dein Kompetenz-Feld richtig zu setzen ist zentral. Daher arbeiten wir hier gründlich (u.a. in unseren Intensivgruppen).
Schritt 2 – Wähle Deinen Solopreneur-Typ
Wenn Du Dein Thema kennst, entscheide Dich für einen Leit-Typ. Bist Du eher Experte, Erlebnis, Maker, Service, Händler? Das bestimmt, welche Produkte Du entwickelst und wie Dein Geschäftsmodell aussieht. Du kannst mischen. Aber mische nicht zu stark.
Schritt 3 – Baue Deine Produkt-Treppe®
Entwickle ein Portfolio, mit Produkten, die verschiedenen Kunden gezielt Einstiegspunkte bieten. Fange mit einem starken Kernangebot an. Das steht in der Regel auf der Stufe 3 Deiner Produkt-Treppe. Von dieser Mitte aus entwickelst Du Dein Geschäftskonzept.
Schritt 4 – Mache Dich sichtbar
Kein Solopreneur-Konzept funktioniert ohne Marketing. Das muss kein lautes Marketing sein. Aber es braucht Kontinuität. Wähle die Kanäle, die zu Dir passen, und bleibe dran. Wir sind Fans von den Methoden des Direktmarketings. Vermeide das reine Rausposten von kostenlosen Inhalten.
Schritt 5 – Automatisiere schrittweise
In Deinem smarten Solo-Konzept, beginne, Prozesse zu automatisieren. Tools, KI, virtuelle Assistenten – all das sind echterHebel. Aber: Automatisierung kommt nach der Klarheit, nicht davor. Du kannst auch testen, ohne digitale Prozesse! Und ganz wichtig: Du solltest nicht alles automatisieren. High Quality bedeutet: Du als Experte bleibst im Loop. Denn ohne Deine Gedanken und Erfahrung, kommen durch KI nur halbstarke Ergebnisse heraus. Und das ist heute nicht genug.
Fange kompakt an. Halte das Konzept schlank. Halte möglichst viel Komplexität aus dem System. Achte auf Reduktion und Einfachheit.
Was Du ohne Schweißperlen auf der Stirn gut steuern kannst, ist für Dich ein gutes System. Ein Ziel in einem smarten Konzept ist Stress-Reduktion. Du baust keinen Formel1-Zirkus.
Fazit
Rollenwechsel erlaubt
Steht bei Dir ein Rollenwechsel an?
Siehe Dir einfach Deine heutige Rolle an und frage Dich:
Passt das oder willst Du Dich verändern?
Wir waren viele Male an der Seite, als Berater, Designer, Kreative etc. an einen Punkt kamen, ihre eigene Kompetenz noch einmal neu aufzustellen: Stärker eigene Produkte zu schaffen und nicht mehr nur den Takt von Kunden zu bedienen.
Dieser Wandel passiert gerade in vielen Geschäftsmodellen: Die eigene klassische Aufstellung ist irgendwie zu eng geworden (oder Du bist angestellt und möchtest Selbstständigkeit wagen, aber dann flexibler und unabhängiger). Genau bei solchen Prozessen begleiten und beraten wir Dich gerne.
Wichtig an dieser Stelle: Mischformen sind erlaubt. Wir sind die Solopreneur-Fans und haben eine lange Geschichte mit diesen smarten Geschäftsmodellen. Aber wir wissen: Online ist nicht immer die ganze Lösung. Daher begleiten wir gerne Mischformen und machen auch Dir Mut: Sei nicht päpstlicher als der Papst. Baue ein Geschäftskonzept, das zu Dir passt.
Diese für Dich neue Identität, darfst Du bewusst selbst gestalten. Und vielleicht hilft Dir das Wort Solopreneur dabei, so wie es uns geholfen hat.
Fragen und Antworten
Du kannst über den Preis oder über die verkaufte Stückzahl von Produkten skalieren
Im ersten Fall musst Du nicht zwingend ein skalierfähiges Produkt haben, Du hast aber ein hochpreisiges Angebot. Das geht aber nur mit der entsprechenden Reputation.
Der zweite Weg führt über skalierfähige Produkte. Also wiederholte Verkäufe bei denen Dein Zeiteinsatz sich nicht automatisch mit erhöht.
Oft skalieren Solopreneure aber auch über eine Mischkalkulation. Solche Mischansätze kannst Du sehr einfach mit der Produkt-Treppe® und speziel mit Smart Business Control durchkalkulieren.
Wenn Du eine Kundenbasis hast, die nicht nur an Dir als Person verankert ist
Also vorhersehbare Umsätze, die nicht auf Deinen persönlichen Einsatz angewiesen sind. Du musst die Abläufe so standardisieren, dass ein Dritter einfach und gut einsteigen kann.
Daher ist zum Beispiel ein Coaching-Business nur dann verkaufbar, wenn es dazu eine so gut ausgearbeitete Methode gibt, dass sich der Erwerb dieser Methode mit dem Kundenstamm lohnt.
Plane Deine letzten Jahre in Deinem Solo-Business gut
Wir begleiten Elder Solopreneurs beim Downsizing in den letzten 8 bis 5 Jahren ihres Business.
Wenn Du es richtig gemacht hast, kannst Du es ausgleiten lassen und wirst in dieser Phase (bei Experten-Konzepten | Coaching | Beratung) sogar hochpreisiger gebucht. Das gelingt aber nur, wenn Du Dich bei den Kunden (Entscheidern) nicht auf Deine eigene Altersgruppe verlassen hast. Denn diese wird mit Dir älter und hört irgendwann auf zu bestellen, bzw. verlassen als Ansprechpartner die Firmen, von denen Du Aufträge bekamst.
Ab wann Du langsam ausgleiten kannst, hängt auch davon ab, wie gut Du Deine Rücklagen verwaltet hast. Wir geben Hilfestellung, wie Du Deinen Freipunkt berechnen kannst und geben Tipps, wie Du als Solopreneur als Experte in einen Elder State wechselst.
Wenn Du dazu Fragen hast: Melde Dich bei uns.
Eine zunehmend wichtige
Die meisten Solopreneure sind für KI sehr offen. Weil sie merken: Es hilft, die eigene Qualität zu verbessern. So sind wissens-sammelnde KI-Tools wie Notion Lieblinge von Solopreneuren aller Art. Weil sie die Strukturierung der eigenen Abläufe ermöglichen. Wir raten zum Einsatz einer KI-Middleware. Damit Du die Abhängigkeit zu einzelnen Modellen vermeidest.
Wenn Du mehr darüber wissen willst: Sprich uns gerne an.
Du profitierst auf drei Ebenen von KI
Auf der ersten Ebene hilft Dir KI, schnell Dinge für Dich selbst zu klären. In Firmen hast Du den Flurfunk. Das fehlt Dir als Solopreneur. Heute kannst Du mit KI viele Fragen schnell und direkt selbst klären.
Zum zweiten kannst Du bei der Produkt-Erstellung profitieren: KI-Recherche und strukturierte Prozesse helfen Dir, mit Deinem eigenen Wissen mehr zu erreichen. Du wirst schneller und präziser, wenn Du KI solo richtig einsetzt.
Zum Dritten kann KI eine wichtige Rolle spielen, um Kunden direkt zu helfen. Bis dahin, dass Du ihnen vermittelst, was KI für ihre Situation bedeutet oder KI-gestützte Tools eingesetzt werden.
Was spricht gegen den Einsatz von KI?
KI ist eine gefährliche Technik. Wenn Du sie nicht im Griff hast, erzeugt sie Dinge, die nicht helfen. Wenn Du zum Beispiel leichtsinnig alle Deine Bilder und Texte von KI generieren lässt, kommst Du nicht nur in die Gefahr, Reputation zu verlieren, Du gefährdest Deine eigene Identität. Und genau darum geht es in einem Solopreneurship: Du baust Dir als Solopreneur Deine eigene Identität auf (hin und wieder bis zur Etablierung einer Personal Brand). Wirf das nicht leichtfertig weg.
Was spricht für den Einsatz von KI, wenn Du solo bist?
Du kannst KI schneller und direkter in die eigenen Prozesse einpassen als große Unternehmen. Für uns wichtig: Solo kannst Du besser steuern. Die KI also stoppen und korrigieren. Das ist wichtig, um Qualität zu erzeugen. Wir behaupten: Solos erzeugen mit KI bessere Ergebnisse als schlecht aufeinander abgetimmte Firmen. Das Wissen wird immer mehr. Die KI hilft Dir, Experte zu sein und zu bleiben.
Quellen und Belege
Das Buch, das den Begriff Solopreneur nach Deutschland brachte
Warum sprechen alle vom Team,
wenn Du alleine Deine Ziele besser erreichst?
Wenn Du Mitgesellschafter in Deine Firma holst ist der Wunsch: Du wirst dadurch stärker. Häufig passiert das Gegenteil. Irgendwann nehmt Ihr Euch gegenseitig Energie. Warum das so ist und warum Du solo meist besser vorankommst, davon handelt dieses Buch. Geschrieben für alle, die ihre smarte Rolle neu definieren wollen.
Sind Solpreneure erfolgreicher?
Es gibt unseres Wissen keine Studien über Solopreneurship, exakt in dem Sinne, wie wir es in diesem Ratgeber beschrieben haben.
Aber es gibt einige Hinweise, dass der Team-Mythos, so wie stark proklamiert, nicht stimmt.
Viele Business-Mentoren sagen: Du brauchst ein Team um dich herum. Möglichst einen Mitgründer. Jemanden, der das kann, was du nicht kannst. Damit du besser durchkommst. Oder noch besser: Ein Gründungsteam mit gemischten Skills.
Teamgründungen sind nicht erfolgreicher!
Stimmt so nicht, sagt die Studie von Jason Greenberg und Ethan R. Mollick von der renommierten University of Pennsylvania.
„Die Ansicht, dass Teams Einzelnen überlegen seien, ist so durchgängig verbreitet, dass daraus ein feststehender Glaube unter Experten im entrepreneurial Ecosystem wurde. (…) Kurioserweise hat keine aktuelle Studie wirklich belastbar untersucht, ob diese Annahmen überhaupt stimmen. In der Literatur wird so getan, als wenn es keinen Zweifel daran geben könnte, dass Teams überlegen sind.“
Sie beschlossen daraufhin, dies selbst zu tun, suchten ein geeignetes Umfeld und entschieden sich für Kickstarter. Dort gibt es sowohl Solopreneure, Zweipersonen-Teams, wie Mehrere-Inhaber-Teamprojekte.
Zur Randscharfheit:
In dieser Studie wurden vor allem das Founder-Team gemeint. Ein Solo-Founder konnte hier durchaus ein Team haben.
So gingen die beiden vor
Sie suchten Projekte heraus, die den Kriterien eines Start-ups entsprachen:
- ernstgemeinte Versuche
- bei der wirklich eine Firma oder Organisation entstand
- das Projekt wirklich Geld für das Vorhaben gewann
- das Projekte danach anlief
- das Projekt bis zu maximal 6 Jahre alt war
Das „Testfeld“ bestand am Ende aus:
- 28% Sologründer (Solo founders)
- 31% Zweipersonen-Teams (Dyad of founders)
- 41% Teams mit 3 oder mehr Personen (Team)
Dann wurde untersucht: Schnitten die Solopreneure im Vergleich besser oder schlechter ab?
Die Studie kam zum Ergebnis
- Bei den Projekten, die zur Zeit der Studie noch liefen, waren die Sologründungen im Schnitt mehr als doppelt so erfolgreich wie Teamgründungen.
- Bei den Projekten, die bereits aufgegeben wurden, waren in etwa doppelt so viele Teamgründungen gescheitert wie Sologründungen.
Oder anders gesagt: Sologründungen schlugen in dieser Studie im Schnitt die Gründer-Teams sowohl bei der Größe des Erfolges (wenn sie erfolgreich waren) als auch bei der Misserfolgsrate (sie scheiterten weniger oft).
„Unsere Ergebnisse legen nahe, dass die weit verbreitete Ansicht, dass Gründer-Teams Solounternehmen schlagen, nicht in allen Fällen stimmen. Das hat signifikante Auswirkungen für die Praxis, da Investoren und Manager bisher unter einer vermutlich falschen Annahme ihre Entscheidungen treffen.“
Einordnung
Die Studie sagt nichts gegen Start-ups. Es gibt verschiedene Vorgehensweisen für verschiedene Situationen und Persönlichkeiten. Ein Detail der Studie: Erfahrung war bei allen untersuchten Projekten wichtig. Die Vorerfahrung der Gründer wirkte sich in allen untersuchten Fällen (Solo oder Team) darauf aus, wie lebensfähig das Unternehmen war.
Quelle
Greenberg, Jason and Mollick, Ethan R.
Sole Survivors: Solo Ventures Versus Founding Teams
(Als PDF auf SSRN zum Download)
Die Geschichte einer Wortentdeckung
Zwischen 2011 und 2013 entdeckten wir für uns den Begriff „Solopreneur“ und brachten ihn nach Deutschland. Wir setzen ihn als erste im deutschsprachigen Raum systematisch ein.
Innerhalb kurzer Zeit (knapp drei Jahre) sprang die Bezeichnung „Solopreneur“ in den deutschen Sprachgebrauch in der Szene der Soloselbständigen über.
Natürlich hatten wir spätestens mit unserem Buch „Solopreneur“ das intendiert. Wir waren dann aber doch überrascht, wie schnell das Wort Fuß fasste. Heute wird es an vielen Stellen genutzt.
Hier ist die Chronologie dazu.
Chronologie zum Begriff Solopreneur in Deutschland
Der Begriff „Solopreneur“ war 2011 in den USA und im englischsprachigen Raum bereits seit einigen Jahren zu finden und wird dort für Entrepreneure genutzt, die alleine starten. Englische Definition Solopreneur: „Entrepreneur who runs his business single-handed“.
Wir entdeckten ihn dort und fanden ihn passend für die Welt der Smart Business Concepts.
2011 – erste Gedanken
Wir beginnen den Begriff Solopreneur konsequenter zu fassen und entwickeln im deutsch-sprachigen Raum die erste Geschäftsmodell-Systematik speziell für Solopreneure.
2013 – erstes Coming Out
Wir initiieren den Solopreneur Day in Hamburg. Unseres Wissen nach das erste deutsche Fachevent zum Thema. Wir begleiten solche Geschäftsmodelle in Intensivgruppen.
2014 – E-Book Solopreneur
Wir veröffentlichen im April das Buch „Solopreneur“ als E-Book, die erste deutsche Publikation zum Thema. Es definiert den Begriff. Erste Blogartikel und Interviews von uns.
2014 – Erste Reaktionen
Erste Blogger bezeichnen sich als Solopreneure. 2014 bringen wir das Thema auf die DNX Berlin (und damit in die Szene der Digitalen Nomaden) und zweiter Solopreneur Day in Hamburg.
2014 – Sprung nach Hannover
Wir bekommen eine Einladung von hannoverimpuls, den 3. Solopreneur Day in Hannover stattfinden zu lassen. Das Thema verlässt damit Hamburg.
2014 – Thema springt zu t3n
t3n hört uns auf einer Veranstaltung von hannoverimpuls und schreibt ersten redaktionellen Artikel zum Thema Solopreneur.
2015 – Printbuch Solopreneur
Im März 2015 erscheint die erste Printauflage des Buches „Solopreneur“. Damit gelangt der Begriff immer mehr in die Öffentlichkeit.
2015 März – Buch in den Charts
Deutsche Startups setzt im März 2015 das Buch Solopreneur auf Platz 2 der „Gründer-Lese-Charts“.
2015 – weitere Adaptionen
Das Thema Solopreneur zieht weitere Kreise. Weitere Artikel in WiWo, PAGE, XING Spielraum u.a. Dazu veranstalten wir den 4. Solopreneur Day in Köln.
2015 – Workshops auf Summit
2015 halten wir den ersten Workshops zum Thema auf den Entrepreneurship Summit in Berlin. Die Arbeit von Prof. Faltin zielt nicht direkt auf Solopreneurship (er brachte den Begriff Entrepreneurship nach Deutschland), aber er erkannte die Verwandtschaft der Gedanken. Wir bringen auf den Summit die Sichtweise der Solo-Geschäftsmodelle ein. Denn dort wurden bis dahin fast ausschließlich Food- und Nachhaltigkeitskonzepte proklamiert (nach unserer Typologie Maker und Services). Experten-Konzepte brachten wir dort neu ein.
2016 bis 2021
Weitere Solopreneur Days und Keynotes auf Business Kongressen. Dann stoppt Corona für viele Monate öffentliche Events.
Das Thema ist aber bereits gesetzt.
Status Quo
Seitdem gibt es in Deutschland drei Begriffe nebeneinander:
Selbstständigkeit – ist nicht eindeutig. Meint aber oft auch Solopreneure
Solo-Selbstständigkeit – ist schon randschärfer
Oft auch Einzelunternehmer genannt. Da Einzelunternehmer aber eine Rechtsform ist, ist das eigentlich nicht korrekt. Was ist, wenn ein Solo-Selbstständiger eine GmbH hat? Auch sind hier Lebenspartnerschaften (wie wir es sind) nicht mit eingeschlossen.
Solopreneur – wie von uns definiert
Uns ist hier noch einmal wichtig: Es geht darum, Dinge klarer zu sehen. Nicht um ein Gesetz. Wenn sich die Geschäftsmodelle von Solopreneuren weiter wandeln, wandelt sich der Begriff mit. Zur Zeit ist zu beobachten, dass immer mehr klassische Selbstständige smarte Dinge integrieren ohne dabei alles zu automatisiseren. Das begrüßen wir.



