Smartes Geschäftsmodell entwickeln

Denn wenn Du nicht Dein grundlegendes Modell änderst, wie Du arbeitest und Dich organisierst, kannst Du nicht mehr Geld mit weniger Zeiteinsatz verdienen. Willst Du freier und unabhängiger arbeiten, beschäftige Dich mit Deinem Geschäftsmodell.
In diesem Ratgeber geht es um:
- Warum Dein Geschäftsmodell Schlüssel zu mehr Ertrag ist
- Wie ein Geschäftsmodell funktioniert und Dir hilft
- Welche Geschäftsmodell-Werkzeuge wir Dir empfehlen
- Warum ein Solopreneur-Geschäftsmodell immer auch ein Lebensmodell ist
Autor: Ehrenfried Conta Gromberg
Inhaltsverzeichnis
1. Die zentralen Bausteine eines Geschäftsmodells
2. Geschäftsmodell entwickeln – konkrete Schritte
3. Geschäftsmodell-Werkzeuge für Selbstständige
4. Skalierbare Geschäftsmodelle, worauf kommt es an?
1. Die zentralen Bausteine eines Geschäftsmodells
Nicht jedes Werkzeug hilft – daher kenne die Grundlagen
Als wir vor Jahren begannen, mit Selbstständigen und Solopreneuren an ihren Geschäftskonzepten zu arbeiten, stießen wir auf ein Problem:
Die gängigen Geschäftsmodell-Werkzeuge passten bei smarten Selbstständigen nicht. Sie waren zu abstrakt und zu groß.
Die Business Model Canvas, der St. Galler Business Model Navigator und viele andere – sie alle kamen aus der Welt der großen Firmen. Wir schätzen diese Werkzeuge. Aber sie lösen Probleme, die Du als Solo-Selbstständiger oder Solopreneur gar nicht hast.
Und sie beantworten vor allem eine zentrale Frage nicht:
Wie verdienst Du als Selbständige oder Selbstständiger besser Geld?
Aber sie wiesen in die richtige Richtung:
Das Geschäftsmodell ist der Schlüssel, wie Du Geld verdienst.
In den folgenden vier Abschnitten erfährst Du:
- Welcher Geschäftsmodell-Ansatz für Dich passend ist.
- Wie Du aus einer normalen Selbstständigkeit schrittweise ein modernes Geschäftsmodell entwickelst.
Dafür ist es hilfreich, zu wissen, wie Modelle (grundlegend) funktionieren:
- Geschäftsmodelle sind strategische Landkarten.
- Mit welchen Dimensionen (Feldern) arbeitet ein Geschäftsmodell?
- Wie setzt Du darin taktische Schachzüge?
- Welche Geschäftsmodell-Werkzeuge funktionieren in der Selbstständigkeit?
- Du musst Dich nicht 100% aus klassischen Mustern lösen.
- Oft reicht es, einige Teile Deines Modelles umzustellen.
In der Selbstständigkeit widme zwei Bereichen besondere Aufmerksamkeit
Die oben gezeigte, klassische Aufteilung ist richtig. In der Geschäftsmodellentwicklung mit Beratern, Coaches, Trainern, Services und anderen Solopreneuren zeigte sich aber: Um erfolgreich zu sein, brauchst Du solo an einer Stelle noch ein besonderes Augenmerk: Wie Du gerne konstant über längere Zeit Deine Leistung (smart) erbringst.
Das ist ein Gemisch aus Mindset und (kreativer) Arbeitsweise. Daher ist es bei uns ein eigenes Feld im Modell.
Achte in Deiner Selbstständigkeit besonders auf diese beiden Dinge
Denke dies immer zusammen – Kunden und Produkte
Produkte und (Lösungen für) Kunden sind für uns untrennbar verbunden:
Was bietest Du für wen an?
Nimm dies immer noch hinzu – Mindset und Kreativer Raum
Ein Geschäftsmodell entwickeln ist mehr als Technik. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor bei einem Geschäftsmodell eines smarten Selbstständigen ist Dein Mindset und Deine Arbeitsweise bei der Product- und Content-Creation. Wenn Du mit dem Begriff „Kreativer Raum“ nicht sofort etwas anfangen kannst: Nenne es Deinen „Produktions-Raum“ (wobei das wieder etwas zu technisch klingt). Das ist bei einem Berater oder einer Autorin etwas anderes als bei einem Food-Maker. Das muss kein festes Arbeitszimmer sein. Wir kennen viele solos mit sehr unterschiedlichen Räumen. Aber Du brauchst ihn: Den Platz, wo Deine Lösungen mit einem soloagilen Mindset entstehen.
Marketing und Finanzen sind ebenfalls zentral wichtig (es geht um alle vier Felder).
Aber starte mit der Frage:
Welche Produkte kann ich mit meinen Ressourcen so schaffen, dass sie stark sind?
2. Geschäftsmodell entwickeln – konkrete Schritte
Schritt 1 – Verstehe, wie die Arbeit mit einem Modell funktioniert
Was ist der Trick an der Arbeit mit einem Modell?
In der Regel hast Du Ideen und viele Möglichkeiten, was Du anbieten könntest. Aber Du bringst es zu wenig in ein System. Ein erfolgreicher Coach mit einem eigenen Programm sagte in einer Meisterklasse von uns:
„Ich habe gerade verstanden, dass ich bisher nicht das Gesamtsystem vor Augen hatte.“
Der Trick bei einem erfolgreichen Geschäftsmodell ist, dass Du alles zugleich betrachtest und in Beziehung bringst. Oft beschäftigen wir uns mit Lieblings-Themen und lassen einen wichtigen Bereich unbearbeitet. Erfolg hast Du aber nur, wenn Du Dein Business in allen Bereichen gut aufstellst.
Bringe die Dinge also besser zusammen
Mit einem Geschäftsmodell:
- Lässt Du keinen Aspekt aus
- Verstehst Du Zusammenhänge besser
- Gewinnst Du mehr Klarheit
- Reduzierst Du gekonnt
- Machst Du Dein Business skalierbarer
Wenn Du mehr verdienen willst, dann gilt es, Dein Geschäftsmodell so aufzubauen, dass Deine Wertschöpfung als Selbstständiger besser ist als vorher. Ein skalierbares Geschäftsmodell bedeutet: Es ist standardisiert wiederholbar.
Schritt 2 – Kläre Dein Ziel und Deinen Blickwinkel
Willst Du ein besonders gutes Ergebnis, überlegst Du Dir zwei Dinge:
Spielst Du im Kopf auf dem richtigen Schachbrett?
Wie setzt Du Deine Figuren, damit Dein Ertrag gut ist?
2.1 Kläre dazu Dein Ziel
Wie verstehst Du Dich in Deiner Selbstständigkeit?
Herkömmliches Geschäftsmodell Selbstständigkeit:
- Ein klassisches Modell, wie Du als Selbstständiger Geld verdienst.
- Es basiert meist auf Stundenlohn.
Geschäftsmodell Solopreneur:
- Ein Modell als Soloinhaber. Ausgerichtet auf höhere Skalierbarkeit.
- Es gibt „productized“ Angebote (Produkte).
Dabei musst Du kein 100% digitales Geschäftskonzept haben. Aber Du kannst fast alle Tätigkeiten standardisieren und wiederholbarer machen. Das hat fast immer mit digitalen Tools zu tun.
Lies hier mehr über die „flexible Identität eines Solopreneurs“.
2.2 Kläre Deinen Solopreneur-Typ und Dein grundlegendes Modell
Wir haben für Dich grundlegende, erfolgreiche, moderne Geschäftsmodell-Muster systematisiert. Dabei gibt es fünf Grundmuster. In jedem dieser Typen (Muster) gibt es wieder unterschiedeliche Arten Dein Business aufzubauen. Es gibt nicht nur ein einzig mögliches Berater-Modell, sondern viele. Wir zeigen gerne, wie diese sich differenzieren.
Wir unterscheiden fünf grundlegende Solopreneur-Typen.
Wir sprechen von flexiblen Geschäftsmodellen: Du kannst die Typen also auch mischen. Das macht es hochgradig individuell anpassbar.
Beispiele von erfolgreichen Geschäftsmodellen in der Selbstständigkeit:
(Dies ist eine Auswahl, keine vollständige Liste)
- Food-Maker
- Textil-Maker
- Tech-Maker
- 3D-Druck Maker
Für Fortgeschrittene:
Viele erfolgreiche Maker sind fachfremd (!). Weil sie mit neuer Begeisterung an grundlegende Produkte herangehen. Beispiel: Erfolgreiche Gin-Maker, die vorher nichts mit Alkohol zu tun hatten.
- Direktverkaufs-Modell
- Amazon FBA-Modell
- Multichannel-Modell
- Retail-Modell
Für Fortgeschrittene:
Du arbeitest entweder mit Fremdprodukten (Handelsware fremder Marken) oder mit eigengelabelten Produkten (Private Label, Eigenmarke).
Das sind die am weitesten verbreiteten smarten Konzepte.
Hier liegt auch der Schwerpunkt unserer Begleitung.
- Berater-Geschäftsmodelle
- Coaching-Geschäftsmodelle
- Trainer-Geschäftsmodelle
- Ausbildungs-Geschäftsmodelle (Educators, Teacher)
- Online-Kurs-Modelle
- Speaker-Modelle
- Membership-Modelle
- Content Creator-Modelle (Blogger, Vlogger, Podcaster etc.)
Für Fortgeschrittene:
Denkbar sind gemischte Modelle. Konkretes Beispiel:
Ein Beratungs-Angebot wird mit einer Membership kombiniert. Das Beratungsangebot steht auf Stufe 3 der Produkt-Treppe. Die Membership auf Stufe 5.
Oft auch Dienstleistungs-Modelle genannt.
Wir verstehen darunter wirklich Service-Modelle.
- Expert-Services
- Kreativ-Services
- Reparatur-Services
- Liefer-Services
Für Fortgeschrittene:
Reparatur kann durchaus ein digitales Konzept sein. Wenn Du Güter zur Reparatur in Deine Werkstatt schicken lässt, sie reparierst und wieder zurücksendest.
Hier werden Erlebnisse verkauft. Das sind oft ticketbasierte Geschäftsmodelle. Aber nicht nur:
- Event-Modelle
- Kunst-Erlebnis-Modelle
- Touren-Modelle
- Genuss-Modelle
- Adventure-Modelle
- Serien-Krimi-Autor-Modell
Für Fortgeschrittene:
Gastronomie-Modelle werden herkömmlicherweise als Service-Modelle geführt. Für uns gehören sie aber eher zu den Erlebnis-Modellen. Aber Du merkst schon: Es kommt auf den Blickwinkel drauf an. Die eine oder andere Kantine ist wohl doch eher Service als genussreiches Erlebnis …
Alle diese Modelle haben eigene Produkt-Gattungen, eigene Logiken, eigene Stärken.
- Frage Dich, welche Rolle Du gegenüber Deinen Kunden einnimmst.
- Was brauchst Du dann alles in welcher Größenordnung?
- Ein Experten-Geschäftsmodell tickt anders als ein Maker-Modell.
Hilfreich ist dafür die Think-Smart-Map
Damit Du rollenbasierte Geschäftsmodelle gut unterscheiden kannst, haben wir für Dich eine Übersicht erstellt. Diese setzt auf der Differenzierung der Solopreneur-Typen auf. Diese kannst Du hier anfordern.
Lege fest, mit welchem Blickwinkel Du in das Modell gehst.
Schritt 3 – Entwickele Dein Geschäftsmodell produktorientiert
Hast du die grundlegende Richtung festgelegt, geht es ins Detail.
Bei unserem Ansatz arbeitest Du die vier Felder startend vom Produkt aus durch. Es gibt andere Ansätze, die beim Marketing starten. Das ist Geschmacks-Sache. Hast Du einen stehenden Markt, startest Du tatsächlich im Markt. In der Regel baust Du Deine Kunden aber neu auf. Dann startest Du beim Produkt.
3.1 Starte bei Deinem Produkt-Portfolio
Nun geht es an die eigentliche Arbeit im ersten Feld Deines Geschäftsmodelles.
Alle vier Felder spielen zusammen, aber wir raten Dir:
Product First! – starte beim Angebot
- Starte konsequent bei Deinen Produkten
- Denn an ihnen hängt schlussendlich Dein Ertrag
- Schwache Produkte = geringes Einkommen
- Hierzu gehört vor allem Deine Produkt-Strategie
- Dazu gehören Deine Kunden und Deine Positionierung
Produkte sind das Herzstück eines skalierbaren Geschäftsmodells. Was Du nicht sofort brauchst: Eine Brand, ein Mission Statement, ein abstraktes Geschäftskonzept oder ähnlich. Das Produkt zählt (Deine Lösung). Mindestens ein Produkt auf Deiner Treppe sollte besser wiederholbar sein, als klassische Lösungen.
3.2 Kläre Deine Zielgruppe
Wenn Du bewusst gestaltest, was Du anbietest, gestaltest Du damit auch gleichzeitig, welche Kunden kommen. Und wenn Du weißt, was Deine Kunden brauchen, kannst Du Deine Produkte gestalten. Produkt und Kunde gehen Hand in Hand.
3.3 Steuere über Deine Produkte den Ertrag
Dein Geschäftsmodell entscheidet darüber, wie viel Geld Du verdienst.
Das hängt an zwei Dingen: Deinen Preisen und Deinem Marketing.
An Deinen Produkten hängt damit die erste Hälfte Deines Ertragsmodells.
- Dazu gehört: Preismodell, Zahlart, Payment-Methoden etc.
- Nicht jedes Produkt bringt den gleichen Ertrag
- Das wird auf der Produkt-Treppe® über drei Schichten geklärt:
- Reichweiten-, Tragschicht- und Superuser-Produkte
Deine Produkte sollten insgesamt im Zusammenspiel so angelegt sein:
- Dass sie strukturierter in Deinem System „bewegt“ werden können
- Dass Du bessere Routinen hast, im Kreativen Raum an ihnen zu arbeiten
- Und dass der Gesamt-Ertrag besser ist als vorher
- Vielleicht kannst Du sogar zwei Ertragsmodelle kombinieren
3.4 Entwickele gezielt das Marketing, die Technik, die Produktion
Weißt Du, was Du anbietest, brauchst Du noch:
- Das Marketing und den Vertrieb, um diese Produkte zu bewegen
- Das technische System, um gebucht zu werden und auszuliefern
- Das passende Mindset und einen geschützten Kreativen Raum
Dein Marketing ist der zweite große Erfolgsfaktor, der über Deinen Verdienst entscheidet. Oft ist das ein Sorgenkind, weil Du Dich solo entscheiden musst: Wie viel Zeit investierst Du in das Produkt (und die Leistungserbringung) und wie viel in das Marketing?
3.5. Kalkuliere, teste und controlle
Hast Du den Aufbau Deines Leistungs-Modelles (Wertschöpfung und Marketing), füllst Du es mit konkreten Zielen. Gegebenenfalls unterlegst Du das mit einem Plan, wie Du Deine Ziele erreichst. Wichtig ist aber: Teste Dich in die Umsetzung hinein.
3. Geschäftsmodell-Werkzeuge für Selbstständige
Das zentrale Geschäftsmodell-Werkzeug für produktorientiertes Arbeiten
Bei der Arbeit an Deinem Model hilft Dir eine zentrale Visualisierung.
Unser zentrales Werkzeug für die Arbeit an Deinem Portfolio ist die Produkt-Treppe®. Es ist ein sehr schnelles und praktisches Werkzeug. Es wird schneller als die Canvas und viele andere Modelle verstanden. Und das spielt eine Rolle: Nur was Du intuitiv verstehst, hilft Dir, komplexe Dinge besser zu ordnen.
Die Produkt-Treppe® ist ein visuelles Portfolio-Modell mit drei Schichten:
- Reichweite – günstige Einstiegsangebote, die viele ansprechen
- Tragschicht – das Umsatzrückgrat, Deine Hauptprodukte
- Superuser – Hochpreis-Angebote für Deine loyalsten Kunden
In diesen drei Schichten kannst Du schnell Deine Business-Logik erfassen. Wir arbeiten also nicht mit Kammern (wie in der Business Canvas), sondern visuell mit Produkten in einer strengen Struktur: Einer sechsstufigen Treppe.
Die Produkt-Treppe® macht bewusst Dein Angebot (Portfolio) zum Hauptdarsteller. Was ist Deine Produkt-Strategie? Was die Logik hinter der Zusammenstellung Deiner Angebot? Eine Value Proposition (Nutzenversprechen) kann eine wichtige Vorarbeit sein, strukturiert aber damit noch nicht, wie Du was anbietest.
Fünf weitere Werkzeuge und Methoden, die wir empfehlen
Hier ist eine Übersicht weiterer Werkzeuge, die wir für Deine Arbeit am Modell empfehlen. In jedem der Geschäftsmodell-Felder kannst Du Dir gezielt Hilfe holen.
• Marketing-System-Übersicht
Erstelle Dir eine Übersicht Deiner zentralen Marketing-Systeme. Entscheide bewusst, in welches System Du investierst. Oft ist Marketing wie eine Schublade, in die zufällig alle möglichen Aktionen hineingeworfen werden. Das führt zu Unordnung und Ineffizienz.
• Komponenten-Übersicht
Überlege genau, welche Technik, Komponenten und Business-Tools für Dich wichtig sind und Dir Arbeit abnehmen. Hier ist auch die Frage angesiedelt, wo und wie Du KI einsetzt.
• soloagil®-Methoden
Dein Modell zu kennen bedeutet noch nicht, es umgesetzt und getestet zu haben. Hier haben wir einige grundlegenden Methoden entwickelt, die Dir helfen, Dein Geschäftskonzept schrittweise erfolgreich zu machen und Dich selbst in Deinem Kreativen Raum zu organisieren.
• Smart Business Calculator
Du musst keinen ausgewachsenen Businessplan haben, aber es ist wichtig, frühzeitig zu kalkulieren. Mit dem Smart Business Calculator kannst Du ein Gefühl entwickeln, wie sich Dein Ertrag und Gewinn entwickeln wird.
• Smart Business Control
Smart Business Control ist eine digitale Plattform, die mit unserer Logik arbeitet und die wir mitentwickelt haben. Dort kannst Du Produkt-Treppen erstellen und schnell durchkalkulieren.
4. Skalierbare Geschäftsmodelle, worauf kommt es an?
Was ist ein skalierbares Geschäftsmodell?
Das ist eine Frage, die uns häufig gestellt wird.
Skalierbar bedeutet gut wiederholbar.
Machst Du alles per Hand und arbeitest individuell auf Stundenlohn, kannst Du nur eine bestimmte Anzahl von Kunden betreuen. Das ändert sich, wenn Du Abläufe schaffst, die zumindest zum Teil Deine Leistung verdoppeln. In der Regel sind das digitale Geschäftsmodelle. Ein 100%-Online-Business ist aber nicht notwendig. Viele erfolgreiche Geschäftsmodelle von Beratern, Coaches, Trainern sind z.B. ein Wechselspiel aus teilautomatisierte Prozessen und direkter Zusammenarbeit.
Denkst Du über Skalierbarkeit nach, geht es nicht nur um digitale Technik. Es geht auch darum, was Dir wichtig ist.
Deswegen ist unser Rat:
Suche nicht stur nach einer vollautomatisierbaren Geschäftsidee.
Aber achte auf eine Wiederholbarkeit, die digital gestützt wird.
Zum einen, weil Kunden das gar nicht immer schätzen. Und zum Zweiten, weil es sein kann, dass Du gar nicht alles aus Deinem Geschäftsmodell herausautomatisieren willst. Ein Coach begleitet wirklich gerne. Ein Erlebnisanbieter schätzt das Erlebnis selbst. Dein Geschäftsmodell ist solo immer auch zugleich ein Lebensmodell. Behalte die Dinge, die für Dich sinntragend sind. Denn wenn Du Dein Modell nicht aufbauen willst, dann wird es scheitern. Daher ist ein Erfolgsfaktor, dass Du das Modell auch umsetzen und leben willst.
Willst Du ein Berater sein, dann wirst Du mit einem Beratungs-Modell glücklich werden. Willst Du einen Shop optimieren, wirst Du als E-Commerce-Händler Erfolg haben. Als Maker willst Du beim Produkt da und dort noch selbst Hand anlegen.
Achte aber dabei darauf, dass Du es nicht zu individuell aufstellst. Die Leitfrage ist:
Wie kannst Du Dein Vorgehen wiederholen und in einen guten (digitalen) Prozess bringen?
Drei Tipps, die Dir helfen, Deinem Erfolges-Modell auf die Spur zu kommen:
Skalierbarkeit entsteht durch die richtige Motivation und eine skalierbare Leitidee
Oft klingt es so, als wenn ein höherer Verdienst vor allem durch Einsatz von mehr Technik entsteht. Das ist zum Teil richtig. Ohne digitale Komponenten kannst Du nicht skalieren. Sei aber kritisch Technik nur um der Technik willen einzusetzen. Gerade ein Geschäftsmodell lehrt Dich eines: Du musst alle Aspekte zusammenbekommen. Erst dann kann es rund laufen und damit auch wachsen.
Tipp 1 – Setze nicht auf kleine „Geschäftsmodell-Brocken“
Einfach nur auf eine „kleine“ Technik zu setzen, passiert Dir, wenn Du glaubst, ein einziges Element wäre der Schlüssel zum Erfolg. Das Internet ist voll von Tipps, welche Art von Geschäftsmodell angesagt ist.
Geschäftsmodell-Beispiele sind dann reduziert auf Schlagworte wie:
- Abo-Modell (Membership | Subscription-Modell)
- Lizenz-Modell
- Dienstleistungs-Modell
- Freelancer-Geschäftsmodell
- Freemium-Modell
Solche Einzel-Wort-Zuschreibungen sind für uns recht willkürlich. Sie verführen Dich, ein taktisches Element nach vorne zu ziehen (und Dich nicht auf Deine Lösung für den Kunden zu konzentrieren). Es hilft in unseren Augen z.B. wenig, zu sagen: „Baue ein Freemium-Modell.“ Denn ob das die richtige Entscheidung ist, hängt von vielen Faktoren ab. Gerade in der Selbstständigkeit macht das oft wenig Sinn.
Wir halten es daher für wichtig, bei einer Geschäftsmodell-Entwicklung auf die kleinste Einheit runterzugehen.
Die kleinste Einheit ist das einzelne Produkt.
Dahinter steckt Dein Lösungswille: Wo willst Du gut sein?
Taktische Entscheidungen, wie z.B. ob etwas Stundenlohn, Festpreis oder ein Abo ist, hängt am einzelnen Produkt. Und wie viele Produkte mit welcher Logik Du in Dein Portfolio nimmst, ist Deine grundlegende Produkt-Strategie.
Tipp 2 – Prüfe alles doppelt
Konstanz ist ein Faktor für Erfolg. Ob Dein Mindset auch noch nach ein, zwei Jahren bei der Sache ist, hängt davon ab, ob zwei Dinge zusammenkommen:
- Du als Person (mit Deinen Ressourcen und Mindset)
- und der Bedarf Deiner Kunden.
Es gibt dafür ein Doppelprüfkriterium, das wir Double Product Fit nennen.
Es lautet:
- Passt das Modell zu Deiner Biografie und Deiner Lebensvorstellung?
- Passt das Modell zum Bedarf Deiner Zielkunden? (Kundennutzen)
Fehlt eine dieser beiden Seiten, wackelt es. Eine Geschäftsidee, die nur zum Markt passt, macht Dich zum Opportunisten. Ein Modell, das nur zu Dir passt, aber keine Kunden anzieht, ist ein Hobby. Willst Du einen guten Ertrag erzielen und zugleich zufrieden sein: Beides muss stimmen.
Tipp 3 – Habe eine Business-Leitidee
Hier noch ein dritter Tipp, der Dir hilft, nicht alleine die technische Brille aufzusetzen. Ein Modell sagt Dir, was Du alles für eine gute Geschäftsentwicklung brauchst (Produkte, Preise, Prozesse, Technik). Es gibt aber noch eine tiefere (hin und wieder unbewusste) Dimension.
Das ist Deine innere Vision, was es werden soll.
Wir nennen das eine Business-Leitidee.
Ich möchte einen Spiele-Verlag gründen, weil ich mehr zu Hause sein möchte, gerne mit meinen Kindern spiele und Familien wieder zusammen an einen Tisch bekommen möchte.
Das ist das Beispiel einer Leitidee von einer Teilnehmerin unserer Intensivgruppe, die einen erfolgreichen Spiele-Verlag aufgebaut hat (ein Erlebnis-Geschäftmodell). Diese inneren Bilder sind stark und können Dich in die richtige oder falsche Richtung ziehen. In allem Tun hinterfrage Deine unternehmerische Vision, denn diese zieht Dich in bestimmte Geschäftsmuster hinein.
Du willst ein Restaurant eröffnen (was wir nicht empfehlen).
Hier wäre ein zentraler Aspekt in Deiner Business-Leitidee das Restaurant und der Betrieb in diesem Restaurant. Du siehst dieses Lokal förmlich vor Dir. Dieses innere Leitbild zieht Dich. Deine Produkte wären die Gerichte auf der Speisekarte. Das hat aber Folgen: Mit dem Geschäftsmodell Restaurant bist Du an einen Ort gebunden. Mobile Arbeit ist nicht möglich.
Es spielen also innere Leitbilder und technische Fragen zusammen.
Think smart:
- Du hast eine Leitidee, die Dich wirklich motiviert
- Du arbeitest über digitale Werkzeuge
- Und hast ein Produkt-Sortiment, das Du digital gut bewegen kannst
- Das können dingliche Produkte sein (Händler, Maker)
- In der Regel sind es aber Experten- und Serviceprodukte
- Die Hauptzahl der modernen Gründungen hat nichtdingliche Produkte
Fazit
Dein Geschäftsmodell hilft Dir, mit Deinem Business nachhaltig Erfolg zu haben
Ein Modell modelliert Situationen vorweg. So wie ein Architekt ein Modell baut, um sich anzusehen, ob sein Plan auch gut aussieht. Das Modell zwingt Dich, Entscheidungen zu treffen und macht sichtbar, was Du wem anbietest und wie Du dabei Geld verdienst.
Dein Geschäftsmodell ist nicht nur ein Gedanke, es ist am Ende wirkliche Praxis. Es zeigt sich in Deinen Produkten, in Deinem Marketing, Deinen Verkaufsprozessen … eigentlich an jeder Stelle, was Du professionell tust.
Ein gutes Modell zu haben gibt Dir Selbstsicherheit und macht Dich zufrieden. Das Geschäftsmodell ist in einer Solo-Selbstständigkeit immer auch Lebensmodell. Unser Mentoring-Ansatz ist daher: Dein Geschäftsmodell beginnt bei Dir. Bei Deinem Kompetenz-Feld, Deiner Biografie, Deinen Zielen. Und es führt zu einem starken, strukturierten Produkt-Portfolio, das zu Dir und zu Deinen Wunschkunden passt.
Fragen und Antworten
Ein Geschäftsmodell ist eine Denkstruktur
Es beschreibt, was Du wem in welcher Logik anbietest – und wie Du dabei Geld verdienst. Ein Businessplan dagegen ist ein Dokument: oft lang, oft für Banken oder Investoren geschrieben, oft schnell veraltet.
- Das Modell ist lebendig.
- Der Plan ist mehr eine einmalige Zukunftsprognose.
Weil Du das Modell brauchst, um planen zu können
Ein Businessplan setzt Entscheidungen voraus, die Du noch gar nicht getroffen hast, wenn Du kein Modell hast. Wer direkt einen Plan schreibt, ohne sein Modell zu kennen, plant auf unsicherem Fundament.
Faustformel: Erst das Modell – dann, wenn nötig, der Plan.
Aber wichtig: Viele smarte Konzepte entstehen, ohne dass ein klassischer Businessplan erstellt wird. Es wird pragmatischer mit dem Modell gearbeitet und vor allem ausprobiert, ob es funktioniert. Denn planen kannst Du viel.
Indem Du die grundlegenden Felder beschreibst
Du füllst also alle relevanten Punkte (Bausteine) in das Raster Deiner Geschäfts-Modell-Vorlage. Das kann eine Canvas oder ein Whiteboard sein. In der Regel ist es aber nicht nur ein Text, sondern Du nutzt außerdem eine Visualsierung wie die Produkt-Treppe®.
Bedenke: Es soll vor allem für Dich funktionieren.
Verwechsele Geschäftsmodell-Arbeit nicht mit einem Businessplan
Die Arbeit mit einem Geschäftsmodell ist keine akademische Beschäftigung.
- Es ist kein Businessplan
- Du musst keiner Form genügen
- Du machst das nicht für andere, sondern für Dich selbst
Es geht hier um ein Wechselspiel von Imagination und Ausprobieren. Nicht um zusammengeschriebene Konzepte und angenommene Planzahlen. Daher ermutigen wir Dich: Gehe in Deinen Kreativen Raum und arbeite dort mit den Methoden, die Dir helfen.
Visualisiere
Wir empfehlen, Dein Geschäftsmodell zu visualisieren. Ein visuelles Modell springt sofort in Deine neuronale Schicht und hilft Dir, immer wieder auf Kurs zu kommen. Es macht Strategie einfacher. Es hört sich vielleicht komisch an, aber wir sind uns sicher:
Wer für sein Business Bilder im Kopf hat, kommt weiter.
Ein Geschäftsmodell besteht damit aus zwei Wirklichkeiten:
Dein Geschäftsmodell ist wie ein Schachbrett, auf dem Du Spielzüge vordenkst.
- Es ist damit ein Modell im wahrsten Sinne des Wortes.
- Du nimmst dort Wirklichkeit (wie ein Spieler) vorweg.
- Hier „imaginierst“ Du (und das ist wichtig).
- Wir arbeiten hier stark mit der Produkt-Treppe®
Gleichzeitig ist es Dein echtes Geschäftsmodell. Und damit kein Gedanken-Spiel.
- Es muss sich im Markt bewähren.
- Darum überprüfst Du Deine Konstruktion sofort.
- Deswegen setzen wir stark auf soloagile® Methoden.
- Du denkst nicht nur, Du testest auch.
- Es muss funktionieren und Geld verdienen.
Unterschätze nicht die erste Ebene, Dein Kopfkino. Viele beginnen sofort mit dem Aufbau der eigenen Selbstständigkeit, ohne vorher gedanklich am Geschäftsmodell zu arbeiten. Das empfehlen wir nicht. Oft bist Du in Vorstellungen gefangen, was Du wie anbieten kannst und darfst. Daher geht es auch um Rollenverhalten und Mindset.
Du musst Deine Aufgabe erst im Kopf lösen, bevor es in der Wirklichkeit besser wird. Das bedeutet nicht, dass Du im luftleeren Raum beginnst. Du erfindest keine Idee, sondern setzt in der Regel auf einer persönlichen Erfahrung oder Beobachtung auf: Was geht bereits oder könnte noch besser gehen? Aber ab dann ist es Kopfarbeit, um aus dieser Beobachtung gute Produkte und Angebote zu formen.
In dem Du schaust, ob Vollständigkeit und Logik gegeben ist
- Sind alle Felder korrekt gefüllt? (Du hast Lösungen dafür)
- Ist das Ganze stimmig und logisch?
Du kannst auch weitere Kriterien anlegen wie: Kreativität, Innovationsgrad etc. Der entscheidende Punkt ist aber: Erfüllt es den Bedarf Deiner Kunden?
Lege also erst die Kriterien fest: Was analysierst Du? Dann gehe alle Felder des Geschäftsmodells systematisch durch.
Nicht alleine über den Umsatz
Ein smartes Geschäftsmodell ist erfolgreich, wenn es drei Dinge gleichzeitig leistet:
- Es bringt Dir verlässliche Einnahmen.
- Es passt zu Deiner Biografie und Deinen Zielen.
- Du kannst es mit Konstanz und Qualität führen.
Die Steuerbarkeit ist ein wichtiges Kriterium, nicht Wachstum um jeden Preis. Denn Dir nützt kein Business etwas, das Dir aus dem Ruder läuft.
Ein marktorientiertes Modell denkt vom Markt her
- Was wird gerade gesucht?
- Was zahlen Kunden?
- Welcher Bedarf ist da?
Das ist für große Firmen vernünftig.
Für Solopreneure ist es aber gefährlich, wenn es einseitig gesehen wird. Wenn Du nur vom Markt denkst, stehs Du in der Gefahr, ein Geschäftsmodell zu entwickeln, das nicht zu Dir passt.
Große Firmen können Personen austauschen. Du nicht.
Daher: erst die eigene Biografie, das eigene Kompetenz-Feld, die eigene Stärke – dann der Blick auf den Markt. Marktorientierung (Market Fit) ist wichtig. Aber sie ist der zweite Schritt, nicht der erste.
Eine Geschäftsmodell-Innovation ist eine grundlegende Veränderung eines bisher allgemein bekannten Geschäftsmodells
Ein Unternehmen findet dabei einen neuen oder verbesserten Weg, etwas auszuliefern oder herzustellen. Meist ist damit gemeint:
Es ist ein Weg, der vorher noch nie dagewesen ist.
Beispiel:
Das Streaming-Modell: Statt Filme und Serien einzeln zu kaufen, zahlen Kunden eine monatliche Gebühr und erhalten dafür unbegrenzten Zugriff auf eine digitale Bibliothek. Das Streaming-Modell hat die alten Videotheken abgelöst.
Disruptive Online-Startups suchen gerne Geschäftsmodell-Innovationen und sind dafür bereit sehr hohe Risiken in Kauf zu nehmen.
In der normalen Selbstständigkeit reicht es in der Regel, innovativ zu sein. Also gut und einen Tick besser als die Wettbewerber. Du musst aber nicht den Standard einer ganzen Industrie kippen.
Quellen und Belege
Hier einige Verweise auf andere Geschäftsmodell-Ansätze.
Die Kernzelle von Geschäftsmodellen ist immer: Wertschaffung und Ertrag
„Ein Geschäftsmodell (engl. Business Model) ist eine modellhafte Repräsentation der logischen Zusammenhänge, wie eine Organisation bzw. Unternehmen Mehrwert für Kunden erzeugt und einen Ertrag für die Organisation sichern kann.“
Prof. Dr. Stefan Grösser
Berner Fachhochschule
Professor for Strategic Management and Organization
Kammernmodell. Besonders in der Startup-Welt und in großen Unternehmen beliebt.
Ist eine Pattern-Sammlung. Also grundlegende Taktiken von Modellen. Die in einer Selbstständigkeit aber nur begrenzt helfen.




