Produktportfolio aufbauen als Selbstständiger: So gelingt es
• Du hast Dein Produktportfolio nicht beachtet.
• Das kommt häufiger vor, als Du denkst.
• Uns ist das mehr als einmal selbst passiert.
Portfolio-Fehler sind wirklich ärgerlich und das ist der Grund, warum Du wissen solltest, wie Du Dein Portfolio einfach und praktikabel im Blick behältst.
- Was ein Produktportfolio ist – wo es herkommt und wie es Dir hilft
- Warum das Portfolio über Deinen Erfolg in der Selbstständigkeit entscheidet
- [Grafik] Vier wichtige Werkzeuge zur Portfolio-Arbeit
- Wie Du ein gutes Portfolio aufbaust – konkrete Merkmale und Tipps
- Wie die Produkt-Treppe® hilft, Dein Portfolio immer vor Augen zu haben
Autor: Ehrenfried Conta Gromberg
Die Inhalte im Detail
Was ist ein Produktportfolio?
Es ist Dein Angebot – aber strategisch geordnet
Dein Produktportfolio oder Produktsortiment ist die Gesamtheit aller Deiner Angebote, die Du auf dem Markt hast. Alles, was Du als Selbstständige oder Selbstständiger verkaufst – Services, Beratungen, Bücher, Waren aller Art (wir nennen das Produkte).
Ein Portfolio ist eine gezielte Zusammenstellung von sich gut ergänzenden Dingen (denke an ein Aktien-Portfolio). Es wird mit Bedacht und einer Strategie zusammengestellt.
- Du stellst Dein Portfolio zusammen.
- Also bist Du für die Mischung verantwortlich.
- Es ist keine willkürliche Ansammlung von Einzel-Produkten.
Händler nennen es Sortiment. Experten nennen es oft Programm. Die Wirtschaftswissenschaft spricht vom Produktportfolio eines Unternehmens – mit aufwendigen Analysen und Produktportfolio-Management (das klingt groß, nach Konzern und vielen Produkten und da kommt es ursprünglich auch her).
Gerade aber auch dann, wenn Du mit wenigen Angeboten unterwegs bist (was wir empfehlen), brauchst Du ein klares, überschaubares Modell. Das hilft Dir, Dein Portfolio strategisch zu entwickeln.
- Deswegen stellen wir die wichtigsten Werkzeuge vor.
- Und geben Tipps, wann welches für Dich geeignet ist.
- Wir sprechen in diesem Artikel auch über Visualisierung.
- Wie schaffst Du es, Dein Portfolio im Kopf zu haben?
Warum Dein Produktportfolio so wichtig ist
Dein Portfolio ist die Architektur Deines Geschäftsmodells. Deine Produkte entscheiden darüber, welche Kunden zu Dir kommen, wie viel Umsatz Du erzielst und wie viel Aufwand Du betreibst, um diesen Umsatz zu erzielen.
Ein gut aufgebautes Portfolio hilft Dir:
- Kunden auf einem klaren Weg durch Dein Angebot zu führen
- Deine Position zu stärken, weil es eine rote Linie gibt
- profitabel zu arbeiten, weil Du weißt, was Du tust
Ein schlecht sortiertes Portfolio dagegen:
- kostet Dich Zeit, Energie und Geld
- bietet unaufgeräumt zu viel an
- verwirrt Deine Kunden
- ist häufig veraltet und nicht mehr relevant
Unsere Erfahrung: Achtest Du nicht auf Dein Portfolio, fährst Du Umwege
Immer dann, wenn wir in den letzten Jahren in unserem smarten Konzept einen Umweg gefahren sind und am Ende mit einem Angebot in einer Sackgasse standen, war die Ursache des Problems so gut wie immer:
Wir haben nicht auf unser Produkt-Portfolio aufgepasst.
Wir haben ein Produkt entwickelt, ohne unsere Gesamt-Produkt-Strategie zu beachten. Die Folge: Das neue Produkt passte nicht stringent zum Gesamtprogramm. Die Folge war vorhersehbar – im Nachhinein.
- unnötige Entwicklung eines Angebotes
- unnnötiges Marketing dafür
- am Ende der unnötige Rückbau
- das überflüssige Produkt wird wieder aus dem Programm genommen
Das klingt nach einem kleinen Fehler. Aber in der Selbstständigkeit kostet ein solcher Fehler oft Monate. Du kannst nicht jeden Fehler vermeiden, aber Du kannst Dein Produkt-Portfolio vor Augen haben. Es bewahrt Dich davor, jeder Idee hinterherzulaufen.
Deswegen sagen wir heute klar:
Ein stringentes, stark reduziertes Portfolio-Modell, dass Du ständig vor Augen hast, ist kein Luxus. Es hilft Dir viele Stunden Fehlentwicklung zu vermeiden.
Portfolio-Analyse anders gedacht
Wie baust Du nun Dein Portfolio auf?
Vermeide zunächst, Dich vom BWL-Slang anstecken zu lassen. Die Portfolio-Theorie kommt aus dem Munde der Konzern-Berater. Sie geben Ratschläge für eine andere Welt als Deine.
Du kennst zum Beispiel das Wort „Diversifikation“ mit dem Anspruch: „Du musst Dich mehr diversifizieren“. Das würde bedeuten, dass Du Dich immer breiter aufstellen würdest. Kein passender Rat für Dich. Du brauchst passendere Produkt-Strategien in Deiner Selbstständigkeit. In unserem Ratgeber Produkt-Strategien gehen wir näher darauf ein.
Hier soll reichen:
Formeln, wie Du „den Markt durchdringst“ oder ähnliches, hilft Dir in Deinem smarten Business wenig.
Warum?
Du denkst weniger vom Gesamtmarkt als von Deiner Person her. Du diversifizierst Dich nicht, Du positionierst Dich (über Deine Produkte) und Du orientierst Dich bei Deinem Angebot viel stärker an Deiner Person, als das ein großes Unternehmen tun darf. Die klassischen Portfolio-Instrumente sind für Konzerne gedacht. Für Dich als Solo-Selbstständige oder Solopreneur sind sie zu weit weg von der Praxis.
- Was Du brauchst, ist kein Strategie-Raster aus dem Lehrbuch.
- Du brauchst passende Portfolio-Werkzeuge.
- Du brauchst ein Modell, das Du intuitiv verstehst und schnell nutzen kannst.
[Grafik] Vier wichtige Werkzeuge, um Dein Portfolio zu ordnen
Wähle also gezielt aus. Diese vier Werkzeuge werden genutzt, um ein Portfolio besser vor Augen zu haben. Oft wird nur über die Matrix-Modelle gesprochen. Daher haben wir Dir zusätzlich drei Alternativen eingestellt.
Kommentierung der vier Werkzeuge
Eine Portfolio-Liste ist der einfachste Weg
Du hast ein Textdokument. Unsere Erfahrung ist aber: Du erstellst das einmal und pflegst es nicht weiter. Auch hat dies wenig strategischen Wert, wenn Du Deine Produkte nur gedankenlos aufzählst.
Eine Portfolio-Tabelle ist mächtiger, will aber verstanden werden
Bei einer Tabelle kannst Du gezielter Dein Portfolio verwalten. Vorteil: Du kannst sehr viele Informationen unterbringen. Nachteil: Sie ist nicht visuell. Du musst viel Gehirn-Energie aufwenden, um darin strategische Muster zu erkennen.
Eine Portfolio-Matrix ist visuell, aber vor allem ein Analyse-Instrument
Es gibt diverse Matrix-Modelle, um ein Portfolio zu analysieren. Das bekannteste Werkzeug ist hier die BCG-Matrix, die Produkte nach Marktwachstum und Marktanteil einteilt. Dieser sehr häufig eingesetzte Portfolio-Analyse-Ansatz stammt von der Boston Consulting Group. Hier werden Produkte in Stars, Cash Cows, Question Marks und Dogs gruppiert. Das ist ein nützliches Werkzeug für große Unternehmen mit vielen Produktlinien. Es wird analysiert, welches Produkt seinen Horizont bereits überschritten hat oder das Wachstum noch vor sich. Wenn Du mehr über die wichtigsten Matrix-Modelle wissen willst: Unten ist bei den Quellen ein Exkurs dazu angefügt.
Die Matrix-Werkzeuge greifen aber in einem kompakten smarten Portfolio, wie wir es Dir in Deiner Selbstständigkeit empfehlen, nicht wirklich. Daher haben wir für Dich ein Werkzeug entwickelt, bei dem zwei Dinge zusammenkommen: Es ist visuell (anders als bei einer Liste oder Tabelle) und es kann Analyse in einem kleinen Portfolio. Ohne aufwendig Marktdaten alle Wettbewerber zusammenzutragen. Genau das brauchst Du.
Die Produkt-Treppe® – visuell und für kompakte Modelle perfekt
Ordnet Dein gesamtes Portfolio übersichtlich auf einer sechstufigen Treppe. Durch die Verknappung der Stufen bist Du gezwungen, dein Angebot kompakt zu halten. Die Treppe strukturiert Dein Portfolio in drei Schichten – Reichweite, Tragschicht und Superuser – und orientiert sich an der grundlegenden Customer Journey, nicht an Marktanteilen.
Der entscheidende Vorteil:
Du kannst sofort auch ohne Markt-Kennzahlen direkt aus der eigenen persönlichen Einschätzung heraus arbeiten. Du hast Dein Portfolio immer intuitiv vor Augen. Und kannst dann Kennzahlen aus Deine Erfahrung hinzufügen.
Unsere Meinung: Für Dich in der Selbstständigkeit ist die Produkt-Treppe® der praxisnähere Ansatz.
Wenn Du mehr zur Arbeitsweise mit der Produkt-Treppe erfahren möchtest, fordere hier unseren Produkt-Treppen-Guide an.
Warum Du mit der Produkt-Treppe® besser denkst
Die Produkt-Treppe® ist im Kern ein Portfolio-Modell. Entstanden ist sie zwischen 2011 und 2019 in der direkten Arbeit mit Selbstständigen, also in der Praxis. Die strenge Struktur mit den sechs Stufen hilft Dir, ein kompaktes Portfolio gezielt zu entwickeln und zu verwalten.
Du siehst alle Aspekte auf einen Blick:
- Wo fehlt etwas?
- Wo ist etwas zu viel?
- Welches Produkt passt in welche Schicht?
Die Produkt-Treppe® gliedert sich in drei Schichten:
Reichweite
Einstiegsangebote, die neue Kunden anziehen. Niedrige Hemmschwelle, hohe Sichtbarkeit.
Tragschicht
Das Rückgrat Deines Umsatzes. Hier verdienst Du den Großteil Deines Einkommens.
Superuser
Hochpreisige Angebote für Deine loyalsten Kunden.
Diese taktische Struktur erzeugt in sich schon eine Ordnung in Deinem Angebot.
Drei Funktionen der Produkt-Treppe®
Die Produkt-Treppe hat bei der Entwicklung und Ausbalancierung Deines Portfolios drei Funktionen:
Entscheidung
Welches Produkt gehört ins Angebot? Was wird (neu) entwickelt. Dazu werden Produkt-Treppen verglichen.
Analyse
Umsatzzahlen und Umsatzprognosen vermitteln Dir schnell ein Gefühl, ob Du mit Deinem Sortiment oder Programm auf dem richtigen Weg bist.
Controling
Ziele setzen, die Verkaufszahlen verfolgen, Marketing organisieren und an der Umsetzung dranbleiben.
Kennzeichen eines guten Produktportfolios
Gibt es irgendeine Zauberformel für ein gutes Produkt-Portfolio in der Selbstständigkeit?
Unsere Beobachtung:
Smarte Portfolios sind kompakt.
Viele Produkte sind für Dich keine Lösung, sondern verschlechtern meist die Performance. Deswegen arbeitet die Produkt-Treppe nicht mit vielen Möglichkeiten, sondern zwingt Dich, Dein Angebot auf den Punkt zu bekommen.
Spielen wir das einmal durch.
Was unterscheidet bei Dir ein gutes Portfolio von einem, das sich irgendwann in einen Bauchladen verwandelt?
Tipp 1: Entscheide Dich für einen Solopreneur-Typ
Bist Du Experte, Service, Maker, Händler oder Erlebnis-Anbieter? Kläre Deine Solopreneur-Identität. Dann hast Du ein entsprechend anderes Angebot. Dein Typ bestimmt, welche Produkte ins Portfolio passen. Du kannst Produktarten mischen – zum Beispiel Experten-Produkte und Service-Angebote kombinieren. Aber achte darauf, dass Du möglichst wenig technische Prozesse parallel hast. Zu viele parallele Prozesse fressen Deine Zeit, ohne dass Du es sofort merkst. Versuche also nicht, gleichzeitig (Beispiel) Eventprodukte, Handelsprodukte und Serviceprodukte wild zu mischen. Kenne Deinen Typ, halte das Portfolio möglichst typgerecht.
Tipp 2: Entscheide Dich, welche Bedürfnisse Du lösen möchtest
Nicht jedes Kundenproblem ist Deins. Wähle bewusst aus. Ein Portfolio, das alles lösen will, löst am Ende nichts richtig. Klarheit über den Bedarf Deiner Wunschkunden ist die Voraussetzung für ein profitables, pointiertes, starkes Angebot. Daher mögen wir klar aufgeräumte, reduzierte Produkt-Portfolios. Verwechsele das nicht mit einem Spezial-Sortiment. Du musst kein Spezialist sein, um reduziert und gezielt anzubieten. Aber wisse, was Dein Portfolio können soll.
Tipp 3: Übernimm Dich nicht
Überlege, was für Produkte Du wirklich bewegen und auf lange Sicht aktuell halten möchtest. Think-Big-Apostel sagen oft: Ziele nach den Sternen, schraube den Anspruch so hoch wie möglich. Wir sind definitiv für Anspruch und Qualität, aber beginne erst einmal mit gut machbaren Produkten. Achte darauf, dass sie funktionieren und den Kunden Leistung bringen und dass Du das wirklich schaffst, was Du versprichst – Augenmaß ist Produktportfolio-Strategie. Bevor Du sagst: Ich schreibe 30 Bücher in drei Jahren überlege, ob das sinnvoll ist.
Tipp 4: Ordne Dein Portfolio mit System
Der Einsatz eines portfoliorientierten Business Modelling-Tools wie der Produkt-Treppe® hat den Vorteil, dass es Dich zu einer Struktur zwingt. So startet in diesem Modell die gedankliche Entwicklung Deines Portfolios auf Stufe 3 der Produkt-Treppe®. Nicht auf Stufe 1, nicht auf Stufe 5. Solche Spielregeln helfen Dir, systematisch an die Sache heranzugehen. Trotzdem hast Du alle Flexibilität, Dein Portfolio individuell zu gestalten.
Tipp 5: Entscheide Dich für eine grundlegende Produkt-Strategie
Es gibt für Selbstständige drei zentrale Strategien, wie Du Dein Portfolio aufbaust:
Flaggschiff-Treppe – Du entwickelst ein zentrales Hauptprodukt, das im Mittelpunkt steht. Alles andere ist darauf ausgerichtet. Das Produkt ist zugespitzt, klar, wiedererkennbar. Streng genommen hast Du hier kein volles Portfolio.
Dreisprung-Treppe – Du arbeitest mit drei aufeinander aufbauenden Produkten, die Deine Kunden Schritt für Schritt durch eine Lösung oder einen Wunsch führen. Das ist ein sehr reduziertes minimalistisches Portfolio.
Portfolio-Treppe – Du bietest verschiedene Produkte in verschiedenen Schichten an. Das hat mehr Breite, aber auch mehr Komplexität. Viele Experten arbeiten mit gefächerten Programmen. Händler haben breite oder tiefe Sortiment etc.
In allen drei Fällen raten wir zur Visualisierung. Entscheide Dich für eine Strategie und bleibe bei ihr. Welche Strategie passt zu Dir? Das hängt von Deinem Solopreneur-Typ ab, von Deiner Reichweite und davon, wie viel Komplexität Du in Deinem Alltag tragen möchtest. Portfolio-Strategie ist damit Produkt-Strategie.
Fazit
Dein Produktportfolio ist Dein strategisches Fundament
Wir sind Business-Modell-Berater für smarte Konzepte. Und proklamieren für Dein Geschäftsmodell „Product First!“.
- Deine Produkte bilden Dein Geschäftsmodell ab.
- Ein gutes Produktportfolio entsteht nicht zufällig.
Ein gutes Portfolio ist das Ergebnis klarer Entscheidungen: Welcher Solopreneur-Typ bin ich? Welche Bedürfnisse löse ich? Welche Produkte passen wirklich zu mir? Und auch guter Reflektion: Welche Produkte in Deinem aktuellen Portfolio passen wirklich zusammen – und welche sind vielleicht unnötiger Luxus oder Umwege, die Du noch nicht erkannt hast?
Lohnt sich solche Portfolio-Strategie-Arbeit?
Ja! Denn wenn Du Dein Angebot strategisch aufbaust – schlank, stringent, auf Deine Kunden ausgerichtet – arbeitest Du profitabler, sichtbarer und ruhiger.
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Fragen und Antworten
Wozu dient ein Produktportfolio?
Es ist unserer Meinung nach der zentrale Baustein in Deinem Geschäftsmodell. Dein Portfolio ist die Summe Deiner Angebote. Da Du Deine Angebote nicht wie ein Künstler in einer Mappe sammelst, raten wir zu einer Visualisierung. Dafür ist die Produkt-Treppe® das passende Werkzeug.
Was gehört alles zu Deinem Produktportfolio?
Alle Deine Produkte (Angebote). Aber in einer strategischen Ordnung! Du musst klären, was Du warum an welcher Stelle anbietest. Genau dafür ist die Produkt-Treppe® da. Die einzelnen Produkte werden dort mit Titel, Gattung, Kurzbeschreibung und Preis geführt. Damit Du weißt, wovon Du sprichst. Was Du in der Visualisierung des Portfolios nicht brauchst: Alle Details zum Produkt wie Features und Inhalte. Diese Informationen liegen dort, wo Du Dein Produkt pflegst und entwickelst.
Ist ein breites oder ein spitzes Portfolio besser?
Das ist eine Frage an die Produkt-Strategie und Deine Positionierung. Daher gibt es dafür keine einfache Antwort – wenn wir Dich begleiten sehen wir uns das sehr differenziert an. Grundsätzlich sind kompakte und tiefe Portfolios in der Regel für ein smartes Konzept besser. Siehe dazu auch die nächste Frage und Antwort.
Unterschied zwischen Tiefe und Breite eines Produktportfolios
Die Breite beschreibt, wie viele verschiedene Produktkategorien oder Themenfelder ein Portfolio abdeckt. Die Tiefe zeigt, wie viele einzelne Produkte es innerhalb einer Kategorie gibt. Ein breites Portfolio bedient viele Themen – ein tiefes Portfolio geht in einem Thema in die Tiefe. Für Solopreneure gilt: Breite kostet Fokus. Tiefe baut Reputation auf. Unser Rat: Starte mit einem klaren Kompetenz-Thema und baue dort gezielt in die Tiefe – mit Produkten auf verschiedenen Preisstufen der Produkt-Treppe®. Ein wirklich breites Portfolio ist solo selten eine gute Konstruktion.
Wie visualisierst Du Dein Produktportfolio?
Für Dich als Selbstständige oder Selbstständiger empfehlen wir die Produkt-Treppe®. Sie ist intuitiv, praxisnah und auf die Realität eines schlanken Solopreneur-Konzepts zugeschnitten. Du siehst auf einen Blick, wo Dein Portfolio steht – ohne Produktportfolio-Analyse im Konzernstil.
Wie analysierst Du Dein Produktportfolio?
Das kann auf zwei Wegen passieren: Zum einen siehst Du Dir das Portfolio einfach an und ordnest Die Produkte entsprechend Deiner Produkt-Strategie. Zum Zweiten kannst Du ein Werkzeug wie Smart Business Control nutzen. Denn dort hast Du zum Beispiel die Schicht-Analyse der Umsätze, mit der Du Zusammenhänge bei den Umsätzen schneller entdeckst.
Was ist die Alternative zu einem Produktportfolio-Management?
Du brauchst kein Management im Sinne einer großen Abteilung und komplizierter Prozesse. Aber Du brauchst ein Vorgehen, wie Du Dein Portfolio aktuell und relevant hältst. Wir raten dazu, einmal im Jahr eine Produkt-Inventur zu machen. Was hast Du und läuft das noch gut? Kombiniere das mit einem Produkt-Strategie-Sprint (das ist eine der soloagil®-Methoden). Dann bist Du schon sehr gut aufgestellt.
Wie bleiben Deine Produkte im Portfolio erfolgreich?
Indem Du sie regelmäßig überprüfst, ob sie noch auf Deine Produkt-Treppe gehören und ob sie von der Leistung, Inhalt und Wirkung noch aktuell sind. Wenn Du Deine jährliche Produkt-Inventur machst, frage Dich: Löst das Produkt immer noch die aktuelle Herausforderung Deiner Kunden? Gerade bei technischen Produkten ist das oft nach einiger Zeit nicht mehr so. Wenn Dinge veraltet sind: Überarbeite das Produkt oder nimm es aus dem Portfolio / Sortiment / Programm.
Unterscheidung Produktdesign und Produktportfolio
Das Produkt-Design beschreibt den Aufbau und die Funktion eines einzelnen Produktes. Dein Produktportfolio ist dagegen die strategische Zusammenstellung aller Deiner Produkte. Also auch die Wechselwirkung zwischen den Produkten.
Quellen und Querverweise
Literatur und Videos von Ehrenfried Conta Gromberg
Warum helfen Modelle, sich zu entscheiden?
Buchkapitel in: Ehrenfried Conta Gromberg, Brigitte Conta Gromberg, Business Model Produkt-Treppe, 2. Auflage 2021, Seite. 23.
VGSD – Klarheit im Produkt-Portfolio:
So optimierst du dein Angebot mit der Produkt-Treppe
Experten-Talk von Ehrenfried Conta Gromberg, 2024
Exkurs zu den Matrix-Modellen
Exkurs – warum klassische Modelle nicht optimal für Dich sind
• Die BCG-Matrix
Marktanteile versus Wachstum
Zwei Kriterien sind u.a.: Marktanteil und Cashflow
• Die Ansoff-Matrix
Produkte versus Märkte
Ansoff teilt nach 4 Kriterien ein
• Das McKinsey-Portfolio
Marktattraktivität versus Wettbewerbsstärke
Zwei Kriterien sind u.a.: Marktanteil und Return on Investment
Das Problem der Konzern-Sicht
Viele Konzerne gehen von immer schnelleren Produkt-Zyklen aus: Produkte werden schnell hochgefahren und schnell wieder vom Markt genommen. Gleich, ob das Autos, Lebensmittel oder Services sind. Das ist nicht der Ansatz eines Solopreneurs. Unsere Intensivgruppen laufen zum Beispiel kontinuierlich seit 15 Jahren. Wir aktualisieren sie. Pflegen also dieses eine Produkt von uns, damit unser Programm aktuell ist. Aber es ist kein Kurzläufer.
Das Ziel ist in Deiner Selbstständigkeit nicht, Dein Produkt-Sortiment ständig zu drehen.
Es gibt einen zweiten Punkt, warum eine Matrix in der Selbstständigkeit oft unpraktisch ist. Dafür müsstest Du alle Marktdaten Deiner Zielgruppe erfassen und verfolgen. Das ist mit viel Aufwand verbunden. Daher raten wir zur Produkt-Treppe®. Da wir dieses Werkzeug für Selbstständige entwickelt haben, sind wir dabei etwas parteiisch 🙂
The Product Portfolio, BCG-Matrix – 1970
Die BCG-Matrix wurde in den 1960er Jahren von Bruce D. Henderson, dem Gründer der Boston Consulting Group, entwickelt. 1970 dann veröffentlicht. Sie wurde eines der meistgenutzten Modelle zur Portfolio-Analyse. Sie ordnet Produkte anhand der zwei Dimensionen relativer Marktanteil und Marktwachstum in vier Quadranten ein (Stars, Cash Cows, Question Marks, Poor Dogs).
Henderson, Bruce D. (1970): The Product Portfolio. In: BCG Perspectives, Nr. 66. Boston Consulting Group, Boston.
Direktlink zum Original-Reprint-PDF auf der BCG-Website
BCG-Matrix und McKinsey-Matrix im Vergleich
Willst Du tiefer bei den Matrixen einsteigen, hilft Dir dieses Essay von 2021. Es ist aber ein wirtschaftswissenschaftliches Essay (Management-Theorie). Daher nur begrenzt übertragbar auf Deine Selbstständigkeit. Die Ergebnisse dieser Untersuchung fasst der GRIN Verlag so zusammen: „Während bei der BCG-Matrix der Cash Flow die zentrale Zielgröße darstellt, fokussiert die McKinsey-Matrix stärker auf den Return on Investment (ROI).“
Ludwig, Maximilian (2021): Portfolioanalysen im Vergleich. BCG-Matrix und McKinsey-Matrix. München: GRIN Verlag.

